09.05.2018, 21:55 Uhr

Kuala Lumpur (AFP) 92-jähriger Ex-Regierungschef feiert historischen Sieg bei Wahl in Malaysia

Der siegreiche Oppositionsführer Mahathir Mohamad . Quelle: AFP/Manan VATSYAYANA (Foto: AFP/Manan VATSYAYANA)Der siegreiche Oppositionsführer Mahathir Mohamad . Quelle: AFP/Manan VATSYAYANA (Foto: AFP/Manan VATSYAYANA)

Oppositionsbündnis verdrängt Regierungskoalition nach 61 Jahren von der Macht

Machtwechsel nach sechs Jahrzehnten: Die Opposition hat bei der Parlamentswahl in Malaysia einen historischen Sieg errungen. Die vom 92-jährigen Ex-Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad angeführte Parteienallianz sicherte sich die Mehrheit im Parlament, wie die Wahlkommission am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Damit endet die Herrschaft des Regierungsbündnisses Barisan Nasional (BN) von Ministerpräsident Najib Razak, das in Malaysia seit der Unabhängigkeit 1957 an der Macht war.

Mahathirs Bündnis Pakatan Harapan errang laut Wahlkommission zusammen mit einer verbündeten Partei aus dem Bundesstaat Sabah 115 der 222 Sitze im Parlament und sicherte sich damit eine knappe Mehrheit. Najibs BN kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 79 Sitze. Als sich Mahathirs Wahlerfolg abzeichnete, gingen die Anhänger der Opposition auf die Straße, um den Sieg über die Regierung zu feiern.

Regierungschef Najib hatte im April die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen angekündigt. Mahathir, der einstige Mentor des derzeitigen Ministerpräsidenten, trat daraufhin angesichts einer Reihe von Skandalen der Regierung nochmals zur Wahl an.

Nach seinem Wahlsieg äußerte er sich versöhnlich. "Wir wollen keine Rache. Wir wollen die Rechtsstaatlichkeit wieder herstellen", sagte er. Der Politikveteran, der Malaysia von 1981 bis 2003 mit harter Hand führte, steht nun vor einer Rückkehr an die Regierungsspitze - als ältester Ministerpräsident der Welt.

Najibs Regierungsbündnis hatte in jüngster Zeit an Rückhalt in der Bevölkerung verloren. Grund ist insbesondere der Skandal um den von Najib gegründeten Vermögensfonds 1MDB. Verwandte und Vertraute des Regierungschefs sollen mit Geld aus dem Fonds unter anderem Luxuswohnungen in New York und Gemälde von Van Gogh gekauft haben. Mehrere Milliarden Dollar verschwanden in dunklen Kanälen.


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