09.05.2018, 15:33 Uhr

Bonn (AFP) Papst: Motto des Katholikentags "Suche Frieden" ist "brandaktueller Hilferuf"

Katholikentag beginnt in Münster. Quelle: dpa/AFP/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/AFP/Rolf Vennenbernd)Katholikentag beginnt in Münster. Quelle: dpa/AFP/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/AFP/Rolf Vennenbernd)

Katholisches Kirchenoberhaupt richtet Botschaft an Teilnehmer in Münster

Zur Eröffnung des 101. Deutschen Katholikentags am Mittwochabend in Münster hat Papst Franziskus zum verstärkten Einsatz für den Frieden aufgerufen. Das einem Psalm entnommene Leitmotiv des Katholikentags "Suche Frieden" sei ein "brandaktueller Hilferuf", schrieb der Pontifex in einer von der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn verbreiteten Botschaft an die Teilnehmer.

"Es gibt derzeit kein wichtigeres Thema in der öffentlichen Debatte über Religion als das Problem von Fanatismus und Gewaltbereitschaft", erklärte der Papst. "Wir können beobachten, dass im familiären Bereich, an Arbeitsplätzen, in Vereinigungen, in Stadtteilen, Regionen und Nationen sowie überall dort, wo der Mensch als solcher nicht als eine Gabe Gottes angenommen wird, Unfriede, Missgunst und Hass zutage treten."

Das katholische Kirchenoberhaupt betonte, seine große Sorge gelte "den Menschen, besonders den Kindern und Jugendlichen, die wegen Krieg und Gewalt in ihrem eigenen Land zur Flucht gezwungen sind, um ihr Leben zu retten". "Sie klopfen bei uns an mit der Bitte um Hilfe und Aufnahme - in ihren Augen sehen wir die Sehnsucht nach Frieden."

Als "wesentliches Instrument" zum Erlernen von Frieden bezeichnete der Papst "unser christliches Engagement in der Familie, in unseren Schulen und Bildungseinrichtungen, vor allem auch in der Politik". Frieden könne "ebenso weiterwachsen, wenn die Christen verschiedener Konfessionen im verbindenden Bekenntnis zu Christus an die Öffentlichkeit treten und sich in der Gesellschaft gemeinsam engagieren".

Der Katholikentag wird am Mittwochabend mit einer Rede von Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier bei einer Feier auf dem Domplatz von Münster eröffnet. Zu den mehr als tausend Veranstaltungen des Katholikentreffens werden bis zum kommenden Sonntag zehntausende Teilnehmer erwartet.

Auch ranghohe deutsche Politiker sagten ihr Kommen zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt am Freitag in Münster an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Deutschland in einer veränderten Weltlage - Wie umgehen mit Konfliktherden und aggressiven Regimes?" teil.


0 Kommentare