09.05.2018, 09:03 Uhr

München (AFP) Favoriten qualifizieren sich in erstem Halbfinale des Eurovision Song Contest


Israel und Zypern weiter - Auch Österreich im Finale

Es war bunt, mit vielen Lichteffekten und Showeinlagen, aber auch einer Reihe starker Sängerinnen und Sänger: Im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) haben sich am Dienstagabend in Lissabon zehn Länder für das große ESC-Finale am Samstag qualifiziert. Unter den erfolgreichen Startern waren dabei auch die in den Wettbüros als Favoriten gehandelten Sängerinnen aus Israel und Zypern.

Neben Gastgeber Portugal sind nur die fünf größten Geldgeber des Musikwettbewerbs für das ESC-Finale gesetzt, die weiteren 20 Plätze werden in zwei Halbfinals vergeben. Experten schätzten das erste Halbfinale am Dienstagabend im Vorfeld als das stärkere ein.

Tatsächlich traten dort mit der israelischen Sängerin Netta und ihrem als Antwort auf die #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe verstandenem Lied "Toy" sowie Eleni Foureira mit "Fuego" aus Zypern zwei Favoritinnen an. Bei den Wettquoten lagen diese beiden zuletzt vorn. Einen klaren Favoriten scheint es in diesem Jahr allerdings nicht zu geben: Nachdem zunächst lange Netta die Buchmacherfavoritin war, rutschte sie nach ihrem Auftritt im Halbfinale auf Platz vier ab.

In Führung lag am Mittwoch Zypern, gefolgt von dem allerdings bisher noch nicht einmal für das Finale qualifizierten Norweger Alexander Rybak sowie Frankreich. Einen Sprung nach vorn bei den Buchmachern machte nach dem Halbfinale die Litauerin Ieva Zasimauskaite mit ihrer Liebesballade "When we're old".

Auch der ein bisschen an die Hauptfigur des Kinderfilms "Kevin allein zu Haus" erinnernde Tscheche Mikolas Josef wird bei den Buchmachern hoch gehandelt, er überstand ebenfalls erfolgreich das Halbfinale. Am Samstag im Finale auch dabei sind Österreich, Litauen, Bulgarien, Albanien, Finnland und Irland.

Insgesamt traten 19 Länder im ersten Halbfinale an. Direkt ausgeschieden sind Aserbaidschan, Island, Belgien, Weißrussland, Mazedonien, Kroatien, Griechenland, Armenien und die Schweiz. Wie beim ESC üblich, entschied eine Punktevergabe von Juroren und Zuschauern über das Weiterkommen. Im Spartensender One verfolgten durchschnittlich 390.000 Zuschauer das erste Halbfinale, im Vergleich zum Vorjahr sank damit die Zuschauerzahl um 170.000.

Im Finale am Samstag treten 26 Länder gegeneinander an - darunter auch Deutschland mit Sänger Michael Schulte. Der ESC ist der weltweit am meisten beachtete Musikwettbewerb. Die Finalshow wird regelmäßig weltweit von rund 200 Millionen Menschen gesehen. Im vergangenen Jahr konnte Portugals Salvador Sobral die 62. Ausgabe des Wettbewerbs gewinnen.

Deutschland schnitt in den vergangenen drei Jahren auf den letzten oder vorletzten Plätzen enttäuschend ab. Allerdings scheint Schulte in diesem Jahr deutlich bessere Karten für ein ordentliches Abschneiden zu haben, die Buchmacher verorten ihn im gehobenen Mittelfeld.


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