08.05.2018, 21:11 Uhr

Cannes (AFP) Filmfestival von Cannes beginnt im Zeichen von #MeToo

Martin Scorsese und Cate Blanchett in Cannes. Quelle: AFP/Alberto PIZZOLI (Foto: AFP/Alberto PIZZOLI)Martin Scorsese und Cate Blanchett in Cannes. Quelle: AFP/Alberto PIZZOLI (Foto: AFP/Alberto PIZZOLI)

Iranischer Regisseur Farhadi stellt Psychothriller "Everybody Knows" vor

Das 71. Filmfestival von Cannes hat begonnen: Regisseur Martin Scorsese und die Schauspielerin und diesjährige Juryvorsitzende Cate Blanchett erklärten am Dienstagabend das Filmfest in Südfrankreich offiziell für eröffnet. "Wir teilen eine Leidenschaft für das Kino", sagte Scorsese. "Meine Damen, meine Damen, meine Damen, meine Herren...", grüßte Blanchett zur Eröffnung der ersten Festivals in Cannes seit dem Skandal um Ex-Hollywoodmogul Harvey Weinstein.

Der iranische Regisseur Ashgar Farhadi stellte an der Côte d'Azur seinen Psychothriller "Everybody Knows" vor. Die spanischen Filmstars Penélope Cruz und Javier Bardem spielen in dem Eröffnungsfilm die Hauptrollen. Insgesamt konkurrieren 21 Filme um die Goldene Palme. Die Auszeichnung wird am letzten Tag des Festivals verliehen, am 19. Mai.

Blanchett machte kein Geheimnis aus ihrer Unzufriedenheit über die geringe Anzahl weiblicher Regisseure, die sich in diesem Jahr um die Goldene Palme bewerben. "Es sind viele Frauen in der Jury, aber ich wünschte mir, es wären mehr im Wettbewerb", sagte sie einem französischen Radiosender. In der Jury sind fünf Frauen und vier Männer vertreten.

Das Festival steht in diesem Jahr im Zeichen der #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe in der Filmbranche. Auch in Frankreich hatte die Affäre um den früheren Hollywood-Produzenten Weinstein hohe Wellen geschlagen. Rund hundert Frauen werfen Weinstein Belästigung oder Vergewaltigung vor. Mehrere der Fälle sollen sich in Cannes ereignet haben.

Zehn Regisseure sind zum ersten Mal bei dem Festival vertreten. Dazu gehören etwa der Japaner Ryusuke Hamaguchi, die Libanesin Nadine Labaki oder die Französin Eva Husson. Auch Filme der regierungskritischen Regisseure Jafar Panahi aus dem Iran und des Russen Kirill Serebrennikow laufen im Wettbewerb. Der US-Streamingdienst Netflix boykottiert die Filmfestspiele dieses Jahr wegen der Vorgabe, dass Wettbewerbsfilme drei Jahre vor dem Streaming in französischen Kinos gezeigt werden müssen.

Am roten Teppich drängten sich am Dienstag wie gewohnt die Fotografen - etwa um das Glamour-Paar Cruz-Bardem nicht zu verpassen. Selfies waren in diesem Jahr auf dem roten Teppich allerdings verboten.


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