02.05.2018, 20:20 Uhr

Washington (AFP) Weiterer Trump-Anwalt steigt aus

US-Sonderermittler Robert Mueller (links) und Präsident Donald Trump. Quelle: AFP/Archiv/SAUL LOEB, Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/SAUL LOEB, Brendan Smialowski)US-Sonderermittler Robert Mueller (links) und Präsident Donald Trump. Quelle: AFP/Archiv/SAUL LOEB, Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/SAUL LOEB, Brendan Smialowski)

Druck des Sonderermittler zuletzt gewachsen

Ein weiteres Mitglied des Anwaltsteams von US-Präsident Donald Trump steigt aus. Wie das Weiße Haus am Mittwoch mitteilte, geht der 68-jährige Ty Cobb zum Ende des Monats in den Ruhestand. Der von Sonderermittler Robert Mueller ausgehende Druck auf Trump und seine Anwälte hatte in jüngster Zeit zugenommen. Berichten zufolge gab es interne Meinungsverschiedenheiten über die Strategie gegenüber dem Ermittler.

Präsidentensprecherin Sarah Sanders beschrieb Cobb als "Freund des Präsidenten, der einen blendenden Job gemacht hat". Cobb war erst im August für das Anwaltsteam des Präsidenten angeheuert worden. Er übernahm dann vor einigen Wochen die Leitung des Teams, nachdem der Vorgänger John Dowd im März das Handtuch geworfen hatte.

Nach Angaben von Sanders wird der erfahrene Washingtoner Anwalt Emmet Flood für Cobb in das Team nachrücken. Flood vertrat den früheren Präsidenten Bill Clinton während dessen Amtsenthebungsverfahren im Lewinsky-Skandal. Das Verfahren im Kongress war eingeleitet worden, weil Clinton seine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky zu verschleiern versucht hatte. Es scheiterte im Februar 1999.

Flood solle den Präsidenten und die Regierung im Kampf gegen die "Hexenjagd" repräsentieren, erklärte Sanders - mit diesem Schlagwort bezeichnet Trump regelmäßig die Russland-Affäre. Wer die Leitung des Anwaltsteams übernehmen soll, ließ die Sprecherin allerdings offen.

Der Sonderermittler untersucht die mutmaßlichen russischen Interventionen zugunsten Trumps im Wahlkampf, Moskau-Kontakte des Trump-Teams und auch den Verdacht der Justizbehinderung durch den heutigen Präsidenten. In dem Maße, in dem Mueller seine Untersuchungen ausgeweitet hat, ist auch Trumps Anwaltsteam unter wachsenden Druck geraten.

Umstritten war im Weißen Haus in den vergangenen Wochen laut Medienberichten vor allem, ob Trump sich auf eine persönliche Vernehmung durch Mueller einlassen sollte oder nicht. Dowd hielt dies demnach für zu riskant und riet dem Präsidenten ab. Insgesamt soll er jedoch für einen kooperativen Umgang mit dem Sonderermittler geworben haben, so wie auch Cobb.

Vor dem jetzt berufenen Flood hatte sich Trump bereits vor knapp zwei Wochen prominente Verstärkung für sein Anwaltsteam geholt. Er rekrutierte den früheren New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani, der über langjährige Erfahrung als Staatsanwalt verfügt.

Die Ermittlungen Muellers haben sich zuletzt verstärkt auf den Präsidenten selbst gerichtet. Die "New York Times" veröffentlichte am Montag eine Liste von rund 48 Fragen des Sonderermittlers an den Präsidenten. Die Fragen deuten darauf hin, dass Mueller in seinen Ermittlungen einen Schwerpunkt auf den Verdacht der Justizbehinderung legt. Die Fragen beziehen sich aber auch darauf, ob Trump in die Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams eingeweiht war.

Laut "Washington Post" soll der Sonderermittler den Trump-Anwälten gedroht haben, den Präsidenten zu einer Befragung durch ein Geschworenengremium ("Grand Jury") vorzuladen, sollte er seine Vernehmung durch den Sonderermittler verweigern. Ein solches Gremium ist mit umfassenden Vollmachten ausgestattet. Nach der Drohung habe Trumps Anwalt Jay Sekulow eine Liste von Fragen zusammengestellt, von denen er erwartet habe, dass Mueller sie beantwortet haben wolle, berichtete das Blatt.

Dabei soll es sich um denselben Fragenkatalog handeln, welchen die "New York Times"veröffentlicht hatte. Nach Angaben der "New York Times" soll der Fragenkatalog aber anders zustande gekommen sein. Das Mueller-Team habe die Fragen den Anwälten Trumps vorgelesen, und diese hätten die Fragen dann lediglich aufgelistet.


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