02.05.2018, 10:42 Uhr

New York (AFP) Trump diktierte seinem Arzt zufolge Brief über hervorragende Gesundheit selbst

US-Präsident Donald Trump am 1. Mai im Weißen Haus  . Quelle: AFP/SAUL LOEB (Foto: AFP/SAUL LOEB)US-Präsident Donald Trump am 1. Mai im Weißen Haus . Quelle: AFP/SAUL LOEB (Foto: AFP/SAUL LOEB)

Bornstein: Die Bescheinigung habe ich nicht selbst geschrieben

Der langjährige Arzt von Donald Trump hat eine Bescheinigung über dessen angeblich hervorragenden Gesundheitszustand nach eigenen Angaben vom damaligen Bewerber um das US-Präsidentamt diktiert bekommen. Er habe den entsprechenden Brief nicht selbst geschrieben, sagte Doktor Harold Bornstein am Dienstag dem Nachrichtensender CNN. Trump habe ihm das "gesamte Schreiben" diktiert.

In dem im Zuge der Trump-Kampagne im Dezember 2015 veröffentlichten Brief Bornsteins hatte es geheißen, "im Fall der Wahl von Herrn Trump kann ich zweifelsfrei erklären, dass er die gesündeste Person sein wird, die jemals zum Präsidenten gewählt wurde". Monate später hatte der New Yorker Arzt erklärt, er habe den Text in Eile geschrieben, während Trumps Wagen wartete.

In einem anderen Interview mit dem Fernsehsender NBC warf Bornstein am Dienstag Mitarbeitern des US-Präsidenten vor, dessen Patientenakte aus seiner Praxis entwendet zu haben. Die "Durchsuchung" seiner Praxis fand demnach am 3. Februar 2017 statt. Sie habe vermutlich etwa eine halbe Stunde gedauert, dabei sei "großes Chaos" entstanden.

Die "New York Times" hatte den Arzt damals zwei Tage zuvor damit zitiert, dass er Trump über Jahre ein Haarwuchsmittel verschrieben habe. Er habe die Herausgabe der Akte nicht genehmigt, der Vorgang habe deshalb gegen das Patientenschutzgesetz verstoßen, sagte Bornstein. Er selbst habe überdies mit der Information über das Haarwuchsmittel nicht gegen die ärztliche Schweigepflicht verstoßen.

Das Weiße Haus bezeichnete den Vorgang indes als "Standard". Es sei ein übliches Verfahren, dass die Patientenakte des Präsidenten in den Besitz der medizinischen Abteilung des Weißen Hauses übergehe, sagte Regierungssprecherin Sarah Sanders. Sie wies den Vorwurf einer "Durchsuchung" zurück.


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