01.05.2018, 07:31 Uhr

Peking (AFP) Dominikanische Republik nimmt diplomatische Beziehungen zu China auf

Die Außenminister  beider Länder,   Miguel Vargas und Wang Yi . Quelle: AFP/GREG BAKER (Foto: AFP/GREG BAKER)Die Außenminister beider Länder, Miguel Vargas und Wang Yi . Quelle: AFP/GREG BAKER (Foto: AFP/GREG BAKER)

Taiwan "zutiefst verärgert" über Schritt des Karibikstaats

Die Dominikanische Republik hat diplomatische Beziehungen zu China aufgenommen und damit gleichzeitig mit Taiwan gebrochen. Die Aufnahme von Beziehungen zu China werde "außerordentlich positiv für die Zukunft unseres Landes" sein, erklärte der Karibikstaat am Dienstag. Die Dominikanische Republik erkenne an, "dass es nur ein China in der Welt gibt und Taiwan ein unveräußerlicher Teil des chinesischen Territoriums ist", hieß es in einem Bekenntnis zur sogenannten Ein-China-Politik.

Peking teilte mit, die beiden Länder würden "so schnell wie möglich" Botschafter ins jeweils andere Land entsenden.

Taiwans Außenminister Joseph Wu reagierte "zutiefst verärgert". Sein Ministerium verurteile "Chinas unzulässige Entscheidung, Taiwans diplomatische Verbündete mittels Dollardiplomatie zu bekehren". Der Botschafter der Dominikanischen Republik sei einbestellt und aufgefordert worden, die Botschaft in Taipeh zu schließen.

Die Zahl der Länder, mit denen Taiwan diplomatische Beziehungen pflegt, schrumpft damit weltweit auf 19: Zehn Staaten in Lateinamerika und der Karibik, zwei in Afrika, sechs kleine Inselstaaten im Pazifik sowie der Vatikan.

Taiwan sieht sich selbst als souveränen demokratischen Staat, hat sich aber nie offiziell unabhängig von China erklärt. China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an.

Die tiefe Kluft zwischen den beiden Ländern ist eine Folge des blutigen chinesischen Bürgerkriegs, der 1949 endete. Nach dem Sieg der Kommunisten um Mao Tse-tung flohen die mit ihnen verfeindeten Kuomintang-Nationalisten auf die dem chinesischen Festland vorgelagerte Insel Taiwan und riefen dort einen eigenen Staat aus. Bis heute erkennen jedoch nur wenige Staaten Taiwan offiziell an.


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