29.04.2018, 17:27 Uhr

Bonn (AFP) US-Tochter der Deutschen Telekom fusioniert sich mit Mitbewerber Sprint

US-Tochter der Deutschen Telekom expandiert. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg)US-Tochter der Deutschen Telekom expandiert. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg)

Zusammenschluss mit 150 Milliarden Dollar Gesamtwert soll G5-Ausbau beflügeln

Die US-Tochter der Deutschen Telekom schließt sich auf dem US-Markt mit dem Mitbewerber Sprint zu einem Unternehmen im Gesamtwert von 150 Milliarden Dollar (123,6 Milliarden Euro) zusammen. Die Mehrheitsaktionäre der beiden US-Telekommunikationsanbieter, die Deutsche Telekom und Softbank K.K., hätten die Fusion vereinbart, teilte die Telekom am Sonntagabend in Bonn mit. Zusammen könnten sie die Einführung des neuesten Mobilfunkstandards 5G schneller vorantreiben.

"Das ist ein ganz außergewöhnlicher Deal: Die Deutsche Telekom stärkt damit ihre Präsenz in den führenden Märkten der westlichen Welt", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges. "Kein anderes Unternehmen der Branche ist in den USA und Europa so stark vertreten wie wir." Zusammen mit Sprint werde T-Mobile US "das schlagkräftigste Mobilfunk-Unternehmen in den USA", prognostizierte Höttges. Durch die bessere Finanzausstattung verbesserten sich "die Möglichkeiten für den 5G-Ausbau entscheidend", das neue T-Mobile US werde rund 127 Millionen Kunden haben.

Der Zusammenschluss wird den Angaben zufolge ausschließlich über den Tausch von Aktien abgewickelt. Für jeweils 9,75 Sprint-Anleihen erhielten die Aktionäre eine neue Aktie von T-Mobile US. Die Zahl der Aktien von T-Mobile US steige dadurch von rund 865 Millionen auf rund 1,29 Milliarden Aktien. Diese Form der Transaktion stelle sicher, dass kein Kapital aus den beteiligten Unternehmen abfließe, hieß es weiter. Von dem Zusammenschluss versprechen sich die beteiligten Unternehmen Synergieeffekte um Umfang von rund 43 Milliarden Dollar.

Die Führung des neuen Unternehmens soll John Legere übernehmen, der bereits Chef von T-Mobile US ist. Höttges ist der Mitteilung zufolge als "Chairman of the Board" vorgesehen, die der Position eines Aufsichtratsvorsitzenden in deutschen Aktiengesellschaften entspreche. Nach dem Zusammenschluss soll es insgesamt mehr Beschäftigte in dem Unternehmen geben als zuvor bei T-Mobile US und Sprint zusammengenommen.

Dem Geschäft müssen die Aktionäre sowie die US-Behörden noch zustimmen. Am Montag soll zu der Fusion eine Telefonkonferenz für Investoren stattfinden, wie es in der Mitteilung weiter hieß.


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