29.04.2018, 12:51 Uhr

Seoul (AFP) Kim will nach Korea-Gipfel Nordkoreas Atomtestgelände noch im Mai schließen

Kim und Moon bei ihrem Treffen. Quelle: Korea Summit Press Pool/AFP/Archiv/Korea Summit Press Pool (Foto: Korea Summit Press Pool/AFP/Archiv/Korea Summit Press Pool)Kim und Moon bei ihrem Treffen. Quelle: Korea Summit Press Pool/AFP/Archiv/Korea Summit Press Pool (Foto: Korea Summit Press Pool/AFP/Archiv/Korea Summit Press Pool)

Trump: Treffen mit nordkoreanischem Machthaber in drei bis vier Wochen

Nach dem symbolträchtigen Gipfeltreffen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Staatschef Moon Jae In zeichnen sich weitere konkrete Schritte zur Beendigung des Korea-Konflikts ab: Wie es am Sonntag aus Seoul hieß, sagte Kim für kommenden Monat die Schließung des nordkoreanischen Atomtestgeländes zu. US-Präsident Donald Trump verkündete derweil, dass sein Treffen mit Kim in den kommenden drei bis vier Wochen stattfinde.

Kim habe bei dem Korea-Gipfel zugesagt, die Auflösung von Nordkoreas Atomtestgeländes im Mai von südkoreanischen und US-Experten sowie von Journalisten überprüfen zu lassen, sagte der südkoreanische Präsidentensprecher Yoon Young am Sonntag in Seoul. Damit wolle Nordkorea "Transparenz" für die internationale Gemeinschaft sicherstellen.

Zugleich wies Kim den südkoreanischen Angaben zufolge Spekulationen zurück, dass das Atomtestgelände Punggye Ri bereits nicht mehr nutzbar sei. Dies sei falsch, es gebe in der Testanlage noch zwei Tunnel in einem "guten Zustand".

Chinesische Seismologen hatten kürzlich in einer Studie geschrieben, der Berg über dem unterirdischen Testgelände sei eingestürzt, womöglich in Folge des letzten Atomversuchs. Dies habe die "unterirdische Infrastruktur" für "künftige Atomtests" wohl ohnehin zerstört.

Das international isolierte Nordkorea hatte im vergangenen Jahr eine Reihe von Raketentests sowie einen sechsten Atomwaffentest vorgenommen und damit international Sorge und Empörung ausgelöst. Der UN-Sicherheitsrat verhängte als Reaktion weitere Sanktionen gegen Nordkorea.

Am Freitag waren Kim und Moon zu einem historischen Gipfeltreffen im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea zusammengekommen. Dabei bekannten sie sich zum Ziel eines dauerhaften und stabilen Friedens und einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel.

Der Gipfel wurde von den nordkoreanischen Staatsmedien als historisches Friedenssignal gewürdigt. Die Nachrichtenagentur KNCA druckte am Samstag die Gipfelerklärung ab und berichtete, Kim und Moon hätten sich "aufrichtig und offenherzig" ausgetauscht.

Die Zeitung "Rodong Sinmum", Sprachrohr von Nordkoreas herrschender kommunistischer Partei, berichtete am Wochenende auf den vorderen vier ihrer sechs Seiten über das Ereignis - mit insgesamt 60 Fotos, 15 davon auf der Titelseite. Das Staatsfernsehen zeigte unter anderem die Umarmung zwischen Moon und Kim.

Nordkoreas Machthaber äußerte sich bei dem Gipfel nach Angaben des südkoreanischen Präsidentensprechers auch zu den Beziehungen zu Washington: "Die USA fühlen sich abgestoßen von uns. Aber wenn wir erst einmal reden, wird ihnen klar werden, dass ich kein Mensch bin, der eine Atomwaffe auf den Süden oder die USA abfeuern wird", sagte Kim laut Yoon zu Moon. "Wenn wir uns oft treffen, Vertrauen aufbauen, den Krieg beenden, und wenn uns versprochen wird, dass es keine Invasion gibt, warum sollten wir mit Atomwaffen leben?"

Trump sagte am Samstagabend (Ortszeit) bei einer Kundgebung vor Anhängern in der Nähe von Detroit, durch seine Politik der Stärke gegenüber Nordkorea habe er die USA vor einem "Atomkrieg" bewahrt. Mit seinem Treffen mit Kim "in den kommenden drei oder vier Wochen" werde er "der Welt einen großen Gefallen tun". Nach Informationen des Senders CBS News sind als Gipfelorte die Mongolei und Singapur noch in der Auswahl.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte dem Sender ABC News, Kim sei bereit einen Plan vorzulegen, der zur vollständigen atomaren Abrüstung des Landes führe. Bei seinem Besuch in Pjöngjang am Osterwochenende habe er ein "gutes Gespräch" mit dem nordkoreanischen Staatschef geführt.

Südkorea bemühte sich derweil offenbar, auch Japan in die Friedensbemühungen einzubinden. Kim habe sich bei dem Korea-Gipfel bereit erklärt, "jederzeit" mit Japan zu sprechen, sagte Moons Sprecher. Moon werde dafür wenn nötig gerne ein "Brücke bauen".


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