28.04.2018, 12:04 Uhr

Sanaa (AFP) Berichte: Dutzende Rebellen bei Luftangriff im Jemen getötet

Trauerfeier für getöteten Rebellenführer Saleh al-Sammad. Quelle: AFP/Mohammed HUWAIS (Foto: AFP/Mohammed HUWAIS)Trauerfeier für getöteten Rebellenführer Saleh al-Sammad. Quelle: AFP/Mohammed HUWAIS (Foto: AFP/Mohammed HUWAIS)

Unter den Toten sollen zwei Anführer der Huthi-Rebellen sein

Bei einem Luftangriff des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa sind Medienberichten zufolge dutzende Rebellen getötet worden. Der saudiarabische Staatssender Al-Echbarija berichtete, bei dem Angriff am Freitagabend habe es mehr als 50 tote Rebellen gegeben, unter ihnen zwei Anführer der Huthi-Rebellen. Laut dem Fernsehsender Al-Arabija wurde bei dem Bombardement das Innenministerium im von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierten Sanaa getroffen.

Den Berichten zufolge zielte der Angriff auf eine Sitzung ab, bei der die Trauerfeier für den kürzlich getöteten Rebellen-Führer Saleh al-Sammad vorbereitet werden sollte. Der Chef des Obersten Politischen Rats der Rebellen, faktisch die Nummer zwei der Aufständischen, war kürzlich bei einem Luftangriff des saudiarabischen Militärbündnisses auf seinen Konvoi getötet worden.

An der Trauerfeier für al-Sammad in den Straßen von Sanaa nahmen am Samstag tausende Anhänger der Huthi teil, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Die Rebellen bestätigten den Angriff vom Vorabend, ohne zunächst Einzelheiten zu nennen.

Später erklärten die schiitischen Rebellen, acht Raketen auf saudiarabisches Territorium abgefeuert zu haben. Das sunnitische Königreich, in dem am Samstag der neue US-Außenminister Mike Pompeo erwartet wurde, gab wiederum an, vier Raketen abgefangen zu haben.

Die saudiarabisch dominierte Militärkoalition kämpft seit 2015 im Jemen gegen die Huthi-Rebellen, die seit Jahren weite Teile im Norden und Westen des Jemen beherrschen. Riad steht an der Seite des aus dem Jemen geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit Beginn des Konflikts wurden fast 10.000 Menschen getötet, die humanitäre Lage ist katastrophal.

Hinter dem Jemen-Krieg steht ein Stellvertreterkonflikt der rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien. Riad wirft Teheran vor, die Aufständischen im Jemen militärisch zu unterstützen und sie mit Waffen auszurüsten. Die iranische Regierung weist dies zurück.

Derweil wurde am Samstag im Süden des Jemen nach Polizeiangaben ein wichtiger Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Saleh Nasr Fadl al-Bachschi, ein selbsternannter "Emir" der Miliz, sei bei einem Einsatz der Sicherheitskräfte gegen ein IS-Versteck nördlich der Stadt Aden getötet worden, sagte ein ranghoher Polizeioffizier der AFP. Drei IS-Kämpfer wurden demnach festgenommen.

Islamistengruppen wie der so genannte Islamische Staat und das Terrornetzwerk Al-Kaida haben das Bürgerkriegschaos im Jemen genutzt, um sich im Süden des Landes festzusetzen.


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