27.04.2018, 13:48 Uhr

Washington (AFP) Trump bekundet Vorfreude auf Merkel-Besuch

Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump bei ihrer Begegnung im Oval Office im März 2017. Quelle: AFP/Archiv/ (Foto: AFP/Archiv/)Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump bei ihrer Begegnung im Oval Office im März 2017. Quelle: AFP/Archiv/ (Foto: AFP/Archiv/)

US-Präsident: Treffen "gut" für beide Länder

US-Präsident Donald Trump hat Vorfreude auf den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekundet. "Freue mich darauf", die Kanzlerin zu treffen, schrieb Trump am Freitagmorgen (Ortszeit) im Kurzbotschaftendienst Twitter. Es gebe "so viel zu diskutieren, so wenig Zeit". Der Präsident äußerte die Erwartung, dass das Treffen "gut für beide unsere großartigen Länder" sein werde.

Bei der auf rund zweieinhalb Stunden angesetzten Visite der Kanzlerin am Freitag im Weißen Haus stehen eine Reihe heikler Themen auf der Tagesordnung, vor allem der Streit um die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium sowie um das Atomabkommen mit dem Iran. Nach Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ist Merkel in dieser Woche bereits der zweite Gast aus Europa, der Trump im Sinne der EU beeinflussen will.

Nach einem vertraulichen Gespräch des Präsidenten und der Kanzlerin im Oval Office steht ein Arbeitsessen zusammen mit den wichtigsten Beratern auf dem Programm. Anschließend soll es eine gemeinsame Pressekonferenz geben, bevor Merkel nach Berlin zurückfliegt. Macron war in der ersten Wochenhälfte zu einem dreitägigen Staatsbesuch mit viel Pomp und Prunk in Washington zu Gast.

Die Kanzlerin hatte Trump zuletzt im März vergangenen Jahres im Weißen Haus besucht. Die bilateralen Beziehungen haben sich seit Trumps Amtsantritt deutlich verschlechtert. Für Spannungen sorgt etwa die protektionistische Handelspolitik des US-Präsidenten, dem die Absatzzahlen deutscher Autobauer in den USA ein Dorn im Auge sind.

Von den Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ist die EU zwar vorläufig ausgenommen, allerdings nur noch bis kommenden Dienstag. Merkel will bei Trump für eine dauerhafte Befreiung werben. Ob dies vor Ende der Frist gelingt, wurde in deutschen Regierungskreisen jedoch skeptisch bewertet.

Ein weiteres drängendes Thema ist das internationale Atomabkommen mit dem Iran: Trump droht damit, die Vereinbarung aufzukündigen, da er sie für unzureichend hält. Die Bundesregierung bemüht sich um eine Beibehaltung des Vertrags. Das Abkommen von 2015 soll verhindern, dass der Iran die Fähigkeit zur Entwicklung von Atomwaffen erlangt.

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben muss Trump bis zum 12. Mai entscheiden, ob er die auf Basis des Atomabkommens ausgesetzten Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft setzt oder nicht.


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