26.04.2018, 13:38 Uhr

Berlin (AFP) Mehr Risikogebiete für durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung

Zecken können Krankheiten übertragen. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Patrick Pleul (Foto: dpa/AFP/Archiv/Patrick Pleul)Zecken können Krankheiten übertragen. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Patrick Pleul (Foto: dpa/AFP/Archiv/Patrick Pleul)

RKI: Insgesamt 156 Kreise in Deutschland gelten jetzt als FSME-Risikogebiete

Die Zahl der Risikogebiete für durch Zecken übertragene Hirnhautentzündungen ist in Deutschland gestiegen. Derzeit gelten 156 Kreise als Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin am Donnerstag mitteilte. Damit hat sich die Zahl der betroffenen Stadt- und Landkreise im Vergleich zum Vorjahr um zehn erhöht. Neue Risikogebiete kamen in Sachsen, Thüringen und Bayern hinzu.

Als FSME-Risikogebiete gelten fast ganz Bayern und Baden-Württemberg. Auch Südhessen, das südöstliche Thüringen sowie Teile von Rheinland-Pfalz, des Saarlands und Sachsens sind betroffen.

In der aktuellen Einstufung der Risikogebiete kamen den Angaben zufolge fünf Gebiete in Bayern, darunter die Landkreise München und Starnberg, zwei Kreise in Thüringen und drei weitere Kreise in Sachsen hinzu. Alle grenzen an bereits bestehende Risikogebiete in Deutschland oder Tschechien.

Auch aus anderen Bundesländern ohne FSME-Risikogebiete wurden vereinzelt Erkrankungen gemeldet. Keinerlei FSME-Fälle gab es bislang nur in Bremen und Hamburg.

Zecken können den Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, einer virusbedingten Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Im vergangenen Jahr wurden knapp 500 Erkrankungsfälle gemeldet, das waren Experten zufolge so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Experten beobachten seit einigen Jahren, dass sich FSME-infizierte Zecken in Deutschland weiter vom Süden in den Norden ausbreiten. Milde Winter sorgen zudem dafür, dass die Zecken schon recht früh aktiv werden. Zecken lauern nicht nur in Wäldern und auf Wiesen auf Wirte. Auch Gärten sind Zeckengebiet, selbst wenn diese mehrere hundert Meter vom Wald entfernt liegen.

Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen und arbeiten oder dort Urlaub machen, empfehlen die Fachleute eine Impfung. Gegen FSME schützt eine aus drei Einzeldosen bestehende Impfung, die alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen ist. Die Mehrzahl (97 Prozent) der 2017 gemeldeten FSME-Erkrankten war dem RKI zufolge gar nicht oder unzureichend geimpft.

Durch einen Zeckenbiss kann auch die sogenannte Lyme-Borreliose übertragen werden, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann. Die Schätzungen zu den Krankheitsfällen schwanken sehr stark zwischen 40.000 und 120.000 pro Jahr. Eine wirksame Impfung dagegen gibt es bisher nicht.


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