26.04.2018, 11:11 Uhr

San Francisco (AFP) Mutmaßlicher Serienmörder in den USA 40 Jahre nach erster Tat festgenommen

Fahndungsaufruf des FBI zum "Golden State Killer". Quelle: FBI/AFP/Archiv/Handout (Foto: FBI/AFP/Archiv/Handout)Fahndungsaufruf des FBI zum "Golden State Killer". Quelle: FBI/AFP/Archiv/Handout (Foto: FBI/AFP/Archiv/Handout)

"Golden State Killer" verübte zwölf Morde und 50 Vergewaltigungen

Mehr als 40 Jahre nach seiner ersten Tat hat die US-Polizei einen mutmaßlichen Serienmörder gefasst. Der 72-jährige Joseph James DeAngelo wurde im Bundesstaat Kalifornien festgenommen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch in Sacramento mitteilten. Die Ermittler vermuten, dass es sich bei dem Verdächtigen um den "Golden State Killer" handelt, der zwischen 1976 und 1986 in Kalifornien mindestens zwölf Morde verübt und mehr als 50 Frauen vergewaltigt haben soll.

DeAngelo, laut Medienberichten ein früherer Polizist, sei aufgrund von DNA-Spuren überführt worden, sagte Staatsanwältin Anne Marie Schubert. Nach Angaben von Bezirks-Sheriff Scott Jones wurde er wegen der Ermordung eines frisch verheirateten Ehepaars im Februar 1978 festgenommen.

Der "Golden State Killer" brach oftmals in die Häuser seiner Opfer ein und fesselte die Frauen, bevor er sie vergewaltigte. Der letzte bekannte Fall datiert aus dem Jahr 1986, als der Täter eine 18-Jährige in Irvine ermordete. Seine Opfer waren zwischen 14 und 41 Jahre alt. Die Taten wurden fast alle rund um Sacramento verübt, einige auch in der Region der Bucht von San Francisco.

Zuletzt lebte der mutmaßliche Täter unauffällig bei Sacramento. "Wir haben die Stecknadel im Heuhaufen gefunden", sagte Schubert. "Und sie war hier, im Bezirk Sacramento." Die Ermittlungen seien bereits "kalt" gewesen, bevor es in den vergangenen sechs Tagen eine spektakuläre Wendung gegeben habe, sagte die Staatsanwältin, ohne nähere Angaben zu machen.

Der Verdächtige DeAngelo war in den siebziger Jahren Polizist, später wurde er wegen Ladendiebstahls entlassen. "Es ist möglich, dass er die Verbrechen begangen hat, während er Polizeibeamter war", sagte der Sheriff von Sacramento, Scott Jones, bei der Pressekonferenz. Das müssten die Ermittlungen zeigen. Die langjährige vergebliche Suche nach dem "Golden State Killer" habe wesentlich dazu beigetragen, dass eine polizeiliche DNA-Datenbank in Kalifornien eingerichtet wurde, in der inzwischen rund "zwei Millionen Profile" gespeichert seien.

Angehörige von Opfern zeigten sich erleichtert. "Alle Opfer können jetzt aufatmen (...) und die Angst, in der sie die vergangenen 40 Jahre gelebt haben, ablegen", sagte Bruce Harrington mit bebender Stimme. Harringtons Bruder und Schwägerin waren 1980 zuhause ermordet worden. DeAngelo könnte ihr Mörder gewesen sein.


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