25.04.2018, 19:18 Uhr

Silivri (AFP) Lange Haftstrafen für "Cumhuriyet"-Journalisten in Istanbul

Türkischer Soldat vor dem Gericht in Silivri . Quelle: AFP/Archiv/Yasin AKGUL (Foto: AFP/Archiv/Yasin AKGUL)Türkischer Soldat vor dem Gericht in Silivri . Quelle: AFP/Archiv/Yasin AKGUL (Foto: AFP/Archiv/Yasin AKGUL)

Alle Angeklagten aber für Dauer von Berufungsverfahren frei

Im Prozess gegen die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet" in Istanbul sind am Mittwoch mehrere der angeklagten Mitarbeiter zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der Herausgeber Akin Atalay, der Chefredakteur Murat Sabuncu und der Investigativjournalist Ahmet Sik erhielten Haftstrafen von mehr als sechs Jahren, wie eine AFP-Journalistin berichtete. Alle Angeklagten können demnach aber für die Dauer des Berufungsverfahrens in Freiheit bleiben.

Auch Atalay, der als Einziger noch in Untersuchungshaft saß, wurde vom Gericht unter Auflagen freigelassen. Von den 17 angeklagten Journalisten und Mitarbeitern der Zeitung wurden 14 zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb Jahren und acht Jahren und einem Monat verurteilt. 13 wurden der "Unterstützung von Terrorgruppen, ohne Mitglied zu sein", schuldig befunden. Nur der Buchhalter Emre Iper wurde wegen "Terrorpropaganda" verurteilt. Drei Mitarbeiter wurden freigesprochen.

In dem Prozess waren die "Cumhuriyet"-Mitarbeiter angeklagt, die kurdische PKK, die linksextreme DHKP-C und die Gülen-Bewegung unterstützt zu haben, die für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Die Angeklagten wiesen die Vorwürfe als absurd zurück und bezichtigten die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan, mit dem Prozess eine der letzten kritischen Pressestimmen zum Schweigen bringen zu wollen.


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