25.04.2018, 12:16 Uhr

Berlin (AFP) Grundsatzabkommen zu künftigem deutsch-französischen Kampfflugzeug

Dassault-Logo  . Quelle: AFP/CHRISTOPHE SIMON (Foto: AFP/CHRISTOPHE SIMON)Dassault-Logo . Quelle: AFP/CHRISTOPHE SIMON (Foto: AFP/CHRISTOPHE SIMON)

Flugzeuge sollen um das Jahr 2040 in Produktion gehen

Die Flugzeughersteller Airbus und Dassault Aviation arbeiten bei der Entwicklung eines deutsch-französischen Kampfflugzeuges zusammen. Beide Unternehmen gaben am Mittwoch auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin (ILA) eine Absichtserklärung zum Bau eines "Future Air Combat System" (FCAS) bekannt. Die Flugzeuge sollen um das Jahr 2040 in Produktion gehen.

Airbus und Dassault hätten beschlossen, "ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam Europas zukünftiges Luftkampfsystem (Future Combat Air System - FCAS) zu entwickeln und zu produzieren. Das System soll in den Jahren 2035 bis 2040 die derzeitige Generation der Kampfflugzeuge Eurofighter und Rafale ergänzen und letztendlich ersetzen", heißt es in der gemeinsamen Erklärung anlässlich der ILA.

"Wir sagen unseren Verteidigungsministerinnen, unseren politisch Verantwortlichen: Wir sind bereit", sagte Dassault-Aviation-Chef Eric Trappier bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Airbus-Rüstungsvorstand Dirk Hoke. Er sei "davon überzeugt, dass die europäische Souveränität und strategische Autonomie nur durch unabhängige europäische Lösungen gesichert werden kann und wird". Das FCAS-Programm werde "die politischen und militärischen Beziehungen zwischen Europas Kernnationen stärken und Europas Luft- und Raumfahrtindustrie neu beleben".

Hoke sprach von einem historischen Moment für die EU. "Nie war Europa entschlossener, seine politische und industrielle Autonomie und Souveränität im Verteidigungssektor zu erhalten und voranzutreiben." Bedingung dafür sei, dass die Regierungen und die Schlüsselindustrien zusammenarbeiteten.

Im Gespräch ist das Projekt eines neuen gemeinsamen europäischen Kampfflugzeugs schon seit Jahren: Im Juli vergangenen Jahres hatten sich Deutschland und Frankreich dann grundsätzlich auf die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfjets verständigt. Die neuen europäischen Kampfflugzeuge sollen längerfristig die alternden Tornado-Kampfjets und den Eurofighter der Bundeswehr sowie die Rafale-Maschinen der französischen Luftwaffe ersetzen.

Frankreich hatte sich in den 80er Jahren aus dem Eurofighter-Programm zurückgezogen, an dem Airbus, die italienische Leonardo und die britische BAE sowie Spanien beteiligt sind. Stattdessen baute Dassault die Rafale. Der Kampfjet wurde 2006 mit zehnjähriger Verspätung in Dienst gestellt. Der Erstflug eines Rafale-Prototyps hatte schon im Juli 1986 stattgefunden.

Auch die Bundeswehr-Tornados altern. Seinen ersten Einsatz hatten der Tornado bereits in den Balkan-Konflikten der 90er Jahre. Auch über Afghanistan kamen sie zum Einsatz. Aktuell sind mehrere Maschinen in Jordanien für Aufklärungsflüge über Syrien stationiert. Die Bundeswehr verfügt heute noch über rund 80 Maschinen des in den 80er Jahren gebauten Jagdbombers. Zuletzt wurden Zweifel an der Einsatzbereitschaft laut.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre französische Kollegin Florence Parly wollen die ILA am Donnerstag gemeinsam besuchen. Anfang April hatte Parly sich zuversichtlich gezeigt, dass "wir mit den Deutschen beim Scaf-Programm (FCAS-Programm) weiter vorangehen können". Schon damals hatte sie im Gespräch mit LaTribune.fr eine "erste bedeutende Etappe" bei der ILA in Aussicht gestellt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte die ILA zur Eröffnung ein "Symbol für die Partnerschaft mit Frankreich". Gerade im Verteidigungsbereich sei die Kooperation offensichtlich.


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