24.04.2018, 22:35 Uhr

Berlin (AFP) Erneuter Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet

Anschlagsort in Kabul. Quelle: AFP/Archiv/SHAH MARAI (Foto: AFP/Archiv/SHAH MARAI)Anschlagsort in Kabul. Quelle: AFP/Archiv/SHAH MARAI (Foto: AFP/Archiv/SHAH MARAI)

Proteste am Flughafen Düsseldorf

Vom Flughafen Düsseldorf ist am Dienstagabend ein erneuter Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet. Das bestätigte ein Sprecher der Bundespolizei der Nachrichtenagentur AFP. Angaben dazu, wie viele Afghanen abgeschoben wurden, machte der Sprecher nicht.

Am Flughafen in Düsseldorf gab es demnach Proteste gegen die Abschiebung. Es habe eine Versammlung von 20 bis 40 Demonstranten gegeben, sagte der Sprecher. Zwischenfälle habe es aber nicht gegeben.

Deutschland schiebt seit Dezember 2016 wieder nach Afghanistan ab. Das betrifft jedoch nur Menschen, die als Straftäter oder als Gefährder eingestuft sind oder die nach Einschätzung der Behörden etwa ihre Identität hartnäckig verschleiern. Seit Beginn der Charterabschiebungen im Dezember 2016 wurden der Organisation Pro Asyl zufolge 198 Afghanen abgeschoben.

Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Abschiebepraxis wegen der Sicherheitslage in Afghanistan. Pro Asyl bezeichnete den Abschiebeflug vom Dienstag als "unverantwortlich", da die Betroffenen in ihrer Heimat "ein hohes Maß an Unsicherheit" erwarte. In der Vorwahlzeit in Afghanistan sei "vermehrt mit Anschlägen des IS und der Taliban zu rechnen".

Erst am Sonntag hatte in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Selbstmordattentäter vor einem Zentrum zur Registrierung von Wählern mindestens 48 Menschen in den Tod gerissen. Weitere 112 Menschen wurden nach Angaben der afghanischen Regierung verletzt. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).


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