23.04.2018, 01:33 Uhr

Asunción (AFP) Rechtskandidat Abdo Benítez gewinnt Präsidentschaftswahl in Paraguay

Mario Abdo Benítez bei der Stimmabgabe. Quelle: AFP/EITAN ABRAMOVICH (Foto: AFP/EITAN ABRAMOVICH)Mario Abdo Benítez bei der Stimmabgabe. Quelle: AFP/EITAN ABRAMOVICH (Foto: AFP/EITAN ABRAMOVICH)

Knapper Sieg gegen liberalen Kandidaten Alegre

Der rechtsgerichtete Kandidat Mario Abdo Benítez hat die Präsidentschaftswahl in Paraguay gewonnen. "Der Präsident der Republik ist Mario Abdo Benítez", erklärte der Chef der Wahlkommission, Jaime Bestard, nach der Wahl vom Sonntag. Abdo Benítez von der Regierungspartei Colorado kam demnach auf 46,5 Prozent der Stimmen, der liberale Kandidat Efraín Alegre, der von einer Mitte-links-Koalition unterstützt wird, erzielte 42,7 Prozent.

Ausgezählt waren zunächst 96 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis sei "absolut unumkehrbar", hieß es von der Wahlkommission. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 65 Prozent.

Der Ausgang der Wahl war deutlich knapper als lange Zeit erwartet: In Umfragen hatte Abdo Benítez zeitweise bis zu 20 Prozentpunkte vor Alegre gelegen. Zuletzt hatten die Umfragen aber auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hingedeutet.

Der 46-jährige Abdo Benítez will die Wirtschaftspolitik seines Vorgängers Horacio Cartes im Wesentlichen beibehalten, aber die aus seiner Sicht korrupte Justiz reformieren. Paraguays Wirtschaftswachstum liegt stabil bei vier Prozent, die Armutsrate beträgt allerdings 26,4 Prozent.

Abdo Benítez ist der Sohn des persönlichen Sekretärs von Ex-Diktator Alfredo Stroessner, der das Land von 1954 bis 1989 regierte. Abdo Benítez hatte sich jedoch zuversichtlich gezeigt, dass sich seine Herkunft nicht auf seine Chancen bei der Wahl auswirken würden. Sein Sieg deutet darauf hin, dass die Bevölkerung mit dem dunkelsten Kapitel ihrer jüngeren Geschichte abgeschlossen haben könnte.


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