21.04.2018, 14:22 Uhr

Köln (AFP) Smyths Toys will Toys"R"Us-Filialen in deutschsprachigem Raum übernehmen

Toys"R"-Us-Filiale in Kalifornien. Quelle: AFP/Archiv/FREDERIC J. BROWN (Foto: AFP/Archiv/FREDERIC J. BROWN)Toys"R"-Us-Filiale in Kalifornien. Quelle: AFP/Archiv/FREDERIC J. BROWN (Foto: AFP/Archiv/FREDERIC J. BROWN)

Irischer Spielwarenhändler hofft auf Zustimmung von US-Gericht und Behörden

Der irische Spielwarenhändler Smyths Toys will sämtliche Filialen des Unternehmens Toys"R"Us in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernehmen. Smyths Toys habe einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, teilte Toys"R"Us am Samstag in Köln mit. Das Unternehmen wolle damit "der größte Händler für Spielwaren und Babyartikel in Europa" werden.

Smyths Toys betreibt laut der Mitteilung 110 Spielwarengeschäfte und Onlineshops in Irland und Großbritannien. Nun wolle das Unternehmen sein Portfolio um 93 Märkte und vier Onlineshops im deutschsprachigen Raum erweitern.

Die Genehmigungen des zuständigen US-Gerichts und anderer Behörden stünden noch aus. Smyths Toys wolle alle Unternehmenseinheiten und Mitarbeiter, das Management in den drei Ländern und die Hauptverwaltung in Köln übernehmen.

Toys"R"Us hatte Mitte März angekündigt, alle Filialen in den USA zu schließen. Die Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Asien wollte das Unternehmen verkaufen.

Eltern in den USA kaufen bereits seit 1948 Spielzeug bei Toys"R"Us. Zehn Jahre nach der Firmengründung eröffnete Charles Lazarus den ersten Spielwarensupermarkt mit der Giraffe im Schriftzug.

In den 80er Jahren expandierte das Unternehmen - erst nach Kanada, dann auch nach Europa. In Deutschland machte Ende 1986 der erste Toys"R"Us-Markt auf - riesig und quietschbunt.

Doch den Start ins Onlinezeitalter verpasste das Unternehmen. Erst 1998 startete Toys"R"Us den Verkauf übers Internet. Mit Amazon wurde im Jahr 2000 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Seit 2004 ging es bergab. 2005 wurde das Unternehmen an die Investmentfonds Bain Capital und KKR sowie den Immobilieninvestor Vornado Realty Trust verkauft.

Im September 2017 erklärte das Unternehmen seine Insolvenz - hoffte aber noch, sich unter Gläubigerschutz sanieren zu können. Diese Hoffnung war aber im vergangenen März dahin.

65.000 Menschen hatten zuvor für die Spielzeugkette gearbeitet. Von der Schließung der 735 Filialen auf US-Gebiet waren nach Medienberichten bis zu 33.000 Mitarbeiter betroffen.


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