20.04.2018, 17:31 Uhr

Gaza (AFP) Mindestens vier Tote bei neuen Protesten an Grenze zum Gazastreifen

Palästinensische Helfer versorgen einen Verletzten. Quelle: AFP/MOHAMMED ABED (Foto: AFP/MOHAMMED ABED)Palästinensische Helfer versorgen einen Verletzten. Quelle: AFP/MOHAMMED ABED (Foto: AFP/MOHAMMED ABED)

Ärzte ohne Grenzen: Bereits über 500 Menschen mit Schussverletzungen behandelt

Zu Beginn der vierten Woche der Proteste an der Grenze zum Gazastreifen sind am Freitag mindestens vier Palästinenser getötet worden. Erneut demonstrierten tausende Palästinenser entlang der Grenze. Ein AFP-Reporter vor Ort berichtete von Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und hunderten Demonstranten.

Israelische Sicherheitskräfte hätten einen 15-Jährigen sowie einen 24-Jährigen und einen 25-Jährigen im Norden des Gazastreifens erschossen, teilten die Gesundheitsbehörden im Gazastreifen mit. Ein 29-jähriger Palästinenser sei im Süden des Gebiets getötet worden.

Seit Beginn der Proteste wurden damit nach Angaben aus Gaza mindestens 38 Palästinenser getötet. Hunderte weitere wurden durch Kugeln oder Tränengas verletzt.

Seit dem 1. April versorgte die Organisation Ärzte ohne Grenzen am Rande der Proteste nach eigenen Angaben mehr als 500 Menschen mit Schussverletzungen. Es handele sich um "ungewöhnlich schwere und ernste Verletzungen", erklärte die Organisation.

Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai andauern. Am 14. Mai jährt sich nach dem christlichen Kalender die Gründung des Staates Israel zum 70. Mal. Am gleichen Tag soll die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen.

Am 15. Mai jährt sich zum 70. Mal die Nakba (deutsch: Katastrophe oder Unglück). An diesem Tag erinnern die Palästinenser an Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten.


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