20.04.2018, 10:16 Uhr

Berlin (AFP) Stillstand im Zentrum Berlins wegen Entschärfung von Weltkriegsbombe

Polizei sperrte zahlreiche Straßen. Quelle: dpa/AFP/Britta Pedersen (Foto: dpa/AFP/Britta Pedersen)Polizei sperrte zahlreiche Straßen. Quelle: dpa/AFP/Britta Pedersen (Foto: dpa/AFP/Britta Pedersen)

Verkehr am Hauptbahnhof unterbrochen - Tausende Menschen müssen Häuser verlassen

Die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Freitag für Stillstand im Zentrum Berlins gesorgt. Am Vormittag begannen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen mit der Räumung im Umkreis von 800 Metern nahe dem Hauptbahnhof. Laut Polizei mussten insgesamt zehntausend Menschen ihre Häuser verlassen, auch Krankenhäuser und Seniorenwohnheime waren betroffen.

Der Hauptbahnhof wurde gesperrt, gegen 11.45 Uhr bestätigten die Einsatzkräfte dessen Evakuierung. Der Zugverkehr über den Verkehrsknotenpunkt war vorübergehend komplett eingestellt. "Der Hauptbahnhof ist leer", twitterte die Berliner Polizei. Die Deutsche Bahn schrieb bei Twitter zu entsprechenden Fotos aus dem menschenleeren Innern des Bahnhofs: "So ruhig war es hier noch nie."

Zahlreiche Straßen in dem dicht besiedelten Gebiet im Bezirk Mitte wurden geräumt. Polizisten gingen durch die Wohnhäuser und kontrollierten, ob alle Menschen der Räumungsaufforderung folgten. Die Beamten und Einsatzkräfte der Feuerwehr kümmerten sich auch um Fahrten für ältere oder kranke Menschen.

Die 500 Kilogramm schwere Bombe war bei Bauarbeiten gefunden worden, die Behörden bereiteten die Großaktion tagelang vor. Von den Evakuierungen betroffen waren unter anderem auch der Bundesnachrichtendienst, das Bundeswirtschaftsministerium, das Berliner Sozialgericht und ausländische Botschaften. Die Bahn warnte Reisende vor Behinderungen im Fern-, Regional- und Nahverkehr. Auch S- und U-Bahnen fuhren teilweise nicht.

Die Entschärfung des alten Sprengkörpers durch Spezialisten des Berliner Landeskriminalamts sollte nach Abschluss der Evakuierungen gegen Mittag beginnen. Etwa 300 Polizisten, 80 Feuerwehrleute und 80 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen waren nach Angaben der Behörden in der Umgebung im Einsatz.


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