19.04.2018, 17:45 Uhr

Chaska (AFP) US-Justiz erhebt in Todesfall Prince keine Anklage

Verstorben mit 57: Prince. Quelle: AFP/Archiv/BERTRAND GUAY (Foto: AFP/Archiv/BERTRAND GUAY)Verstorben mit 57: Prince. Quelle: AFP/Archiv/BERTRAND GUAY (Foto: AFP/Archiv/BERTRAND GUAY)

Arzt des verstorbenen Musikers willigt in Vergleich ein

Die US-Justiz wird im Fall des Todes von Pop-Legende Prince keine Anklage erheben. In den Ermittlungen seit Princes Tod vor zwei Jahren habe "kein Verdächtiger identifiziert werden können", sagte der Staatsanwalt des Landkreises Carver im Bundesstaat Minnesota, Mark Metz, am Donnerstag. Es sei nicht klar, wer dem Star das verschreibungspflichtige Schmerzmittel Fentanyl verschafft habe, das zu seinem Tod führte.

Die Justiz gab am Donnerstag zugleich bekannt, einen Vergleich mit Princes Arzt Todd Schulenberg geschlossen zu haben. Schulenberg hatte eingeräumt, Rezepte für Medikamente auf den Namen eines Freundes des Musikers ausgestellt zu haben, obwohl er wusste, dass sie für Prince bestimmt waren. Allerdings hatten diese Medikamente nach Erkenntnissen der Justiz nichts mit dem Tod von Prince zu tun.

Schulenberg muss nun 30.000 Dollar (24.300 Euro) an die Justiz zahlen, wie das Justizministerium in Washington bekannt gab. Zudem habe er eingewilligt, seine Arzneiverschreibungen in den kommenden zwei Jahren extern kontrollieren zu lassen.

Staatsanwalt Metz sagte, irgendjemand müsse Prince die tödlichen Pillen verschafft haben. "Unterm Strich ist es aber so, dass wir schlichtweg nicht genügend Beweise haben, um jemanden in Zusammenhang mit Princes Tod anzuklagen." Es gebe lediglich "Verdachtsmomente".

Prince hatte in seinem Anwesen Paisley Park nach Erkenntnissen der Ermittler größere Mengen starker verschreibungspflichtiger Schmerzmittel gelagert. Als Ursache für Princes Tod mit 57 Jahren am 21. April 2016 war eine versehentliche Überdosis des stark wirksamen Schmerzmittels Fentanyl festgestellt worden.

Es befand sich in einer falsch etikettierten Pillenbox, die den Namen eines schwächeren Medikaments trug. Die Ermittler vermuten, dass es Prince nicht bewusst war, dass er Fentanyl zu sich nahm.

In Princes Schlafzimmer fanden die Ermittler mehrere solcher Behälter mit Schmerzmitteln. Die Etiketten stammten zum Teil von frei verkäuflichen, schwächeren Präparaten. In den Behältern fanden sich dann aber starke rezeptpflichtige Pillen.


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