19.04.2018, 15:39 Uhr

Freiburg (AFP) Zehn Jahre Haft in erstem Prozess um Freiburger Missbrauchsfall

Der Angeklagte am ersten Prozesstag. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Patrick Seeger (Foto: dpa/AFP/Archiv/Patrick Seeger)Der Angeklagte am ersten Prozesstag. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Patrick Seeger (Foto: dpa/AFP/Archiv/Patrick Seeger)

Zudem Sicherungsverwahrung für 41-Jährigen angeordnet

Im ersten Prozess um den bundesweit mit Entsetzen aufgenommenen Freiburger Missbrauchsfall hat das Landgericht Freiburg den Angeklagten zu zehn Jahren Haft verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht eine anschließende Sicherungsverwahrung des 41-jährigen Markus K. an, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. K. wurde unter anderem der schweren Vergewaltigung, des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs, der Körperverletzung und des Besitzes kinderpornografischer Schriften für schuldig befunden.

K. gehörte demnach zu einem Pädophilenring, dessen Mitglieder sich an dem Jungen vergingen. Der Verurteilte war bereits einschlägig vorbestraft und wurde von einem Gutachter als voll schuldfähig eingestuft. Der geständige K. muss seinem Missbrauchsopfer auch einen Schadensersatz zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

K. habe den Jungen unter anderem "in der Wohnung der Mutter in Staufen sexuell missbraucht, während dessen Mutter mit ihrem Lebensgefährten sich in Hörweite in einem Nebenraum aufhielten". Sie seien "mit den Missbrauchshandlungen einverstanden" gewesen. Auch der Partner der Mutter habe das Kind bei dieser Gelegenheit missbraucht. Zudem sei eine Videoaufzeichnung angefertigt worden.

Das nun beendete Verfahren bildete den Auftakt einer ganzen Reihe von Verfahren. Der Hauptprozess beginnt am 11. Juni gegen die 47 Jahre alte Mutter des Jungen und ihren 39 Jahre alten, ebenfalls einschlägig vorbestraften Lebensgefährten. Das Paar soll das Kind selbst missbraucht und Pädophilen aus dem In- und Ausland im Darknet gegen Geld zum Missbrauch angeboten und überlassen haben.


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