19.04.2018, 09:36 Uhr

Berlin (AFP) Mutmaßlicher Terrorhelfer arbeitet für AfD-Bundestagsabgeordneten

Mutmaßlicher Terrorhelfer arbeitet für AfD-Abgeordneten. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Christophe Gateau (Foto: dpa/AFP/Archiv/Christophe Gateau)Mutmaßlicher Terrorhelfer arbeitet für AfD-Abgeordneten. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Christophe Gateau (Foto: dpa/AFP/Archiv/Christophe Gateau)

Maximilian T. gilt als möglicher Komplize des Bundeswehroffiziers Franco A.

Ein mutmaßlicher Komplize des terrorverdächtigen Bundeswehrsoldaten Franco A. arbeitet für den AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Nolte. Das bestätigte der AfD-Verteidigungspolitiker auf seiner Facebook-Seite. Er kenne den Oberleutnant Maximilian T. "als differenzierten und besonnenen jungen Menschen", schrieb Nolte. Die Linke forderte die umgehende Entlassung von T.

Gegenüber "Zeit Online" betonte Nolte, T. habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. "Zeit Online" zufolge verschickte der mutmaßliche Terrorhelfer T. im Februar im Auftrag Noltes von einem der Bundestagsaccounts des Abgeordneten eine E-Mail als "persönlicher Referent". Der 29-jährige Nolte hatte demnach im Herbst 2017 versucht, für T. einen Hausausweis für den Zutritt zu den Bundestagsgebäuden zu erhalten. Die Bundestagsverwaltung lehnte den Antrag jedoch ab.

T. war Mitte Mai 2017 festgenommen worden, Anfang Juli aber wieder auf freien Fuß gekommen. Gegen ihn ermittelt nach wie vor die Bundesanwaltschaft. Er wird verdächtigt, gemeinsam mit Franco A. eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Unter dieser Formulierung verfolgt die Bundesanwaltschaft Fälle, in denen es mutmaßlich um Terrorismus geht. Der Bundeswehroffizier Franco A. soll sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und unter dieser Tarnung Anschläge vorbereitet haben.

Die Männer werden verdächtigt, "aus einer rechtsextremistischen Gesinnung heraus" Anschläge geplant zu haben. Eine Liste mit möglichen Anschlagsopfern enthielt auch die Namen des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck und des damaligen Bundesjustizministers Heiko Maas (SPD). T. gilt als ein mutmaßlicher Komplize, bestreitet aber die Vorwürfe.

Nolte betonte gegenüber der "Zeit": "Ich bin überzeugt davon, dass er unschuldig ist." Darüber hinaus habe er von Anfang klargestellt, dass das Arbeitsverhältnis sofort beendet wäre, sollte sich einer der Vorwürfe als wahr erweisen. Auf seiner Facebook-Seite gab Nolte an, T. "arbeitet mir seit kurzer Zeit zu und unterstützt mich im Wahlkreisbüro". Noltes Wahlkreis ist das hessische Waldeck. Die Arbeitszeit T.s betrage sieben Stunden die Woche.

Die Bundeswehr teilte dem "Zeit Online"-Bericht zufolge mit, T. sei offiziell noch immer Soldat im Stab des Jägerbataillons 291, das zur Deutsch-Französischen Brigade gehört. Nach Aussage eines Heeressprechers ist er dort weiterhin im Dienst. Bei seinen Vorgesetzten habe er eine Genehmigung für Nebentätigkeit für den Bundestagsabgeordneten beantragt.

Zu den Vorwürfen gegen T. erklärte Nolte auf Facebook, die Liste potentieller Anschlagsziele enthalte "bei näherer Hinsicht lediglich eine handschriftliche Aufzählung wichtiger Akteure der Flüchtlingsdebatte". Daraus lasse sich kein Hinweis "auf einen strafrechtlich relevanten Verwendungszweck entnehmen".

Linken-Parteivize Tobias Pflüger sagte der Nachrichtenagentur AFP, Nolte müsse T. umgehend entlassen "und am besten gleich selbst seinen Hut nehmen". "Besonders widerwärtig an der Geschichte um den AfD-Angestellten ist dessen Plan, terroristische Anschläge zu planen und Geflüchteten in die Schuhe zu schieben". Die AfD sei ein Sicherheitsrisiko.


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