19.04.2018, 03:34 Uhr

New York (AFP) UNO führt weitere Gespräche mit Syrien und Russland für Untersuchung in Duma

Zerstörungen in Duma. Quelle: AFP/STRINGER (Foto: AFP/STRINGER)Zerstörungen in Duma. Quelle: AFP/STRINGER (Foto: AFP/STRINGER)

Diskussion über Sicherheitslage vor Ort hält an

Zur Untersuchung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes im syrischen Duma laufen derzeit weitere Gespräche eines UN-Sicherheitsteams mit den syrischen und russischen Behörden. Die für Sicherheitsbedingungen zuständige UN-Abteilung (UNDSS) in Damaskus führe derzeit Gespräche mit Vertretern der syrischen Regierung und der russischen Militärpolizei in Duma, hieß es in einem Bericht, der dem UN-Sicherheitsrat am Mittwoch (Ortszeit) übergeben wurde und der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Bei den Gesprächen gehe es darum, wie die Sicherheit an bestimmten Orten in Duma gewährleistet und verstärkt werden könne, heißt es in dem Bericht. Ziel sei es, Vereinbarungen zu treffen, die es den Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) ermöglichten, ihre Arbeit in Duma "zum frühestmöglichen Zeitpunkt" aufzunehmen.

Der Einsatz der OPCW-Experten in Duma hatte sich zuletzt weiter verzögert: Syrien und sein Verbündeter Russland erteilten zunächst unter Verweis auf Sicherheitsbedenken keine Genehmigung zur Reise nach Duma. Am Dienstag wurde ein Voraus-Team der UNO in Duma beschossen, als es die Sicherheitsbedingungen für den Einsatz der Waffeninspekteure prüfen wollte.

Die Expertenmission steht unter Zeitdruck: Die Rückstände von Giftgas sind sehr flüchtig. Das Katz-und-Maus-Spiel mit den Inspektoren ließ international die Sorge wachsen, dass alle Spuren des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes beseitigt werden könnten. Die USA und Frankreich hatten bereits Russland verdächtigt, ebendies zu tun. Syrien und Russland bestreiten den Einsatz von Chemiewaffen.

Der Westen beschuldigt die syrische Staatsführung, in Duma am 7. April international geächtete Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Bei dem Angriff wurden nach Angaben örtlicher Helfer mindestens 40 Menschen getötet.


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