18.04.2018, 16:49 Uhr

Havanna (AFP) Kubas Parlament leitet Wechsel an der Staatsspitze ein

Castro (l.) und sein mutmaßlicher Nachfolger Díaz-Canel . Quelle: AFP/ (Foto: AFP/)Castro (l.) und sein mutmaßlicher Nachfolger Díaz-Canel . Quelle: AFP/ (Foto: AFP/)

Einziger Kandidat Díaz-Canel soll am Donnerstag als Nachfolger verkündet werden

Kubas Parlament stellt die Weichen für einen historischen Wechsel an der Staatsspitze: Die im im März gewählte Nationalversammlung trat am Mittwoch zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen, bei der ein Nachfolger für Präsident Raúl Castro gewählt werden soll. Einziger Kandidat ist der bisherige Erste Vizepräsident Miguel Díaz-Canel. Er wird der erste Staatschef Kubas, der nach der Revolution von 1959 geboren wurde.

Seine Wahl ist reine Formsache: Die Nationale Kandidatenkommission nominierte Díaz-Canel am Mittwoch zum einzigen Kandidaten. Das Parlament soll zudem den 31-köpfigen Staatsrat neu bestimmen.

Damit wird auf der von der Kommunistischen Partei regierten Karibikinsel ein Generationenwechsel an der Staatsspitze eingeleitet. Castro bleibt allerdings zunächst KP-Chef. Wie die Staatsmedien berichteten, wird der Name des neuen Staatsoberhaupts am Donnerstag ab 09.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) öffentlich bekannt gegeben. Die Parlamentssitzung ist nicht presseöffentlich.

Die Bekanntgabe fällt mit dem Jubiläum des Sieges in der Schweinebucht zusammen: Am 19. April 1961 scheiterte der Versuch von Exilkubanern, mit einem vom US-Auslandsgeheimdienst CIA unterstützten Invasionsversuch die Revolution rückgängig zu machen.

Seit 1959 gab es erst einen wirklichen Wechsel an der Spitze des kubanischen Staates: 2006 übergab der Revolutionsführer Fidel Castro wegen einer schweren Erkrankung seine Amtsgeschäfte als Staatsoberhaupt vorläufig an seinen jüngeren Bruder Raúl, den damaligen stellvertretenden Staatsratsvorsitzenden und Verteidigungsminister. 2008 trat der jüngere Castro dann offiziell die Nachfolge als Staatschef an.

Auf Díaz-Canel kommt die schwierige Aufgabe zu, die Errungenschaften der Revolution zu festigen und zugleich die von seinem Mentor Raúl Castro eingeleiteten Reformen voranzutreiben.

Díaz-Canel beendete sein Studium als Elektronikingenieur 1982. Nach dem Militärdienst lehrte er als Professor an der Universität von Santa Clara. Daneben war er für die Jugendorganisation der Kommunistischen Partei tätig. 1994 wurde er zum Ersten Parteisekretär der zentralen Provinz Villa Clara gewählt.

Später wechselte er in die östliche Provinz Holguín. 2003 wurde er mit 43 Jahren Mitglied des Politbüros, des höchsten Gremiums der Partei. 2009 erfolgte auf Vorschlag Raúl Castros seine Ernennung zum Minister für Hochschulbildung. 2012 folgte ein weiterer Karrieresprung: Díaz-Canel wurde er einer von acht Vizepräsidenten im Ministerrat, ein Jahr später dann Mitglied im mächtigen Staatsrat.


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