18.04.2018, 12:15 Uhr

Washington (AFP) Besuch von CIA-Chef Pompeo in Pjöngjang bringt Bewegung im Nordkorea-Konflikt

US-Präsident Trump, nordkoreanischer Machthaber Kim. Quelle: AFP/Archiv/Jung Yeon-je (Foto: AFP/Archiv/Jung Yeon-je)US-Präsident Trump, nordkoreanischer Machthaber Kim. Quelle: AFP/Archiv/Jung Yeon-je (Foto: AFP/Archiv/Jung Yeon-je)

Trump äußert sich zuversichtlich - Südkorea will über Frieden verhandeln

Die Bemühungen um eine Lösung des Nordkorea-Konflikts nehmen Fahrt auf: Der CIA-Chef und designierte US-Außenminister Mike Pompeo hat den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang getroffen. Das Treffen in der vergangenen Woche sei "sehr reibungslos" verlaufen, erklärte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch. Er äußerte Hoffnungen auf einen Friedensvertrag zwischen Seoul und Pjöngjang. Südkorea kündigte entsprechende Verhandlungen an.

Bei dem Gespräch zwischen Pompeo und Kim sei eine "gute Beziehung" aufgebaut worden, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Besuch des designierten US-Außenministers diente offenbar zur Vorbereitung eines geplanten Gipfeltreffens zwischen Trump und Kim. Der US-Präsident äußerte sich optimistisch mit Blick auf seine Begegnung mit dem nordkoreanischen Machthaber, den er zur atomaren Abrüstung bewegen will: "Die Denuklearisierung wird ein große Sache für die Welt sein, aber auch für Nordkorea."

Die "Washington Post" hatte berichtet, Pompeo sei am ersten April-Wochenende zu einem Geheimbesuch nach Pjöngjang gereist. Das Weiße Haus bestätigte am Dienstag zunächst nur Kontakte "auf höchster Ebene" zwischen Washington und Pjöngjang. Ein Gespräch zwischen Trump und Kim fand demnach aber nicht statt.

Der US-Präsident stellte darüber hinaus Verhandlungen zwischen Nord- und Südkorea über eine Beendigung des Kriegszustands in Aussicht. Seoul und Pjöngjang hätten dabei seinen "Segen", sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe in seinem Luxusressort Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida. "Es gibt eine große Chance, ein Weltproblem zu lösen", sagte er mit Blick auf den Atom- und Raketenstreit Pjöngjangs mit dem Westen.

Seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) besteht auf der Halbinsel lediglich ein Waffenstillstand, beide Staaten befinden sie sich offiziell noch immer im Kriegszustand. Für den 27. April ist ein Treffen zwischen Kim und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In geplant.

Die Regierung in Seoul will dabei Verhandlungen über ein Ende des Kriegszustands und ein Friedensabkommen anstoßen, wie ein hochrangiger Vertreter des südkoreanischen Präsidialamts am Mittwoch sagte. Ziel sei eine Vereinbarung zur Beendigung der "feindseligen Handlungen zwischen dem Süden und dem Norden". Dies könne jedoch nicht einseitig durch Seoul erfolgen, vielmehr seien intensive Gespräche mit allen relevanten Parteien nötig, Pjöngjang eingeschlossen.

Trump bekräftigte bei dem Treffen mit Abe, er wolle Kim "Anfang Juni oder davor" treffen, "falls die Dinge gut laufen". Es sei aber auch möglich, "dass die Dinge nicht gut laufen und wir die Treffen nicht haben werden und einfach diesen harten Weg weitergehen, den wir eingeschlagen haben", schränkte Trump ein.

Eine Entscheidung über den Ort des Gipfeltreffens wurde noch nicht getroffen. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen könnte die historische Begegnung in Nordkorea, Südkorea, in der demilitarisierten Zone zwischen beiden Ländern oder in China stattfinden.

Peking ist Pjöngjangs wichtigster Verbündeter. Nordkoreas wiederholte Raketen- und Atomwaffentests führten aber zu Spannungen zwischen den beiden Ländern. Eine Außenamtssprecherin in Peking wertete den Besuch von Pompeo in Pjöngjang als gutes Zeichen. China befürworte direkte Kontakte zwischen Nordkorea und den USA.


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