12.04.2018, 01:51 Uhr

London (AFP) Tochter von Ex-Doppelagent Skripal lehnt konsularische Hilfe Russlands ab

Ermittler in Schutzanzügen. Quelle: AFP/Archiv/Ben STANSALL (Foto: AFP/Archiv/Ben STANSALL)Ermittler in Schutzanzügen. Quelle: AFP/Archiv/Ben STANSALL (Foto: AFP/Archiv/Ben STANSALL)

Julia Skripal: Möchte derzeit davon keinen Gebrauch machen

Nach dem Giftanschlag in Großbritannien hat die Tochter des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal konsularische Hilfe durch die russische Botschaft abgelehnt. Sie sei über Ansprechpartner in der russischen Botschaft informiert worden, die "freundlicherweise" ihre Unterstützung angeboten hätten, sagte Julia Skripal nach Angaben der Londoner Polizei am Mittwoch. "Zum jetzigen Zeitpunkt" wolle sie "von diesem Angebot" keinen Gebrauch machen. "Wenn ich meine Meinung ändere, weiß ich, an wen ich mich wenden muss".

Sergej und Julia Skripal waren am 4. März in der südenglischen Stadt Salisbury vergiftet worden. Die Tochter war nach Großbritannien gekommen, um ihren Vater zu besuchen. Bei dem Giftanschlag hatten beide schwere Verletzungen davongetragen. Nach Angaben von Julia Skripal ist ihr Vater "immer noch schwer krank". Auch sie selbst leide noch "unter den Auswirkungen des Nervengifts, das gegen uns eingesetzt wurde".

Der Aufenthaltsort von Julia Skripal ist nicht bekannt. Nach eigenen Angaben wird sie von Polizeibeamten unterstützt, die sie über die laufenden Ermittlungen informieren.

Der Fall hat die britisch-russischen Beziehungen auf einen Tiefstand sinken lassen und zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen westlichen Staaten und Russland geführt. Großbritannien und seine Verbündeten machen Russland für den Anschlag verantwortlich. Russland weist dies zurück und fordert Zugang zu den Skripals als russische Staatsbürger.


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