11.04.2018, 11:57 Uhr

Peking (AFP) US-Präsident Trump sieht Fortschritte im Handelsstreit mit China

Donald Trump und Xi Jinping. Quelle: AFP/Archiv/Fred DUFOUR (Foto: AFP/Archiv/Fred DUFOUR)Donald Trump und Xi Jinping. Quelle: AFP/Archiv/Fred DUFOUR (Foto: AFP/Archiv/Fred DUFOUR)

Volksrepublik kündigt stärkere Öffnung des Finanzsektors an

Im Handelsstreit mit den USA hat China weitere Signale der Entspannung ausgesandt: Zentralbankchef Yi Gang kündigte am Mittwoch an, die Finanzmärkte der Volksrepublik künftig stärker für ausländische Investoren öffnen zu wollen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor bereits die Äußerungen von Chinas Staatschef Xi Jinping zur Öffnung der chinesischen Wirtschaft begrüßt - und "große Fortschritte" im Handelsstreit prognostiziert.

Zentralbankgouverneur Yi kündigte beim Boao-Wirtschaftsforum auf der südchinesischen Insel Hainan an, "in den kommenden Monaten" mit der Umsetzung von Plänen für einen besseren Zugang ausländischer Investoren beginnen zu wollen. Unternehmen aus dem Ausland sollen statt wie bisher 49 Prozent künftig 51 Prozent an Joint Ventures im Finanzbereich halten dürfen. Unternehmen aus den USA und auch der EU klagen immer wieder über den schwierigen Zugang zu chinesischen Märkten.

Außerdem sollen ausländische Investoren mehr chinesische Aktien als bislang erwerben können, indem die Börse in Hongkong mit den Handelsplätzen in Shanghai und Shenzhen verbunden wird. Zudem strebt China Yi zufolge an, noch in diesem Jahr die Börsen in Shanghai und in London miteinander zu verknüpfen.

Eine Abwertung des Yuan schloss Zentralbankchef Yi aus: China werde seine Währung nicht abwerten, sagte er chinesischen Staatsmedien zufolge bei dem Wirtschaftsforum und sandte damit weitere versöhnliche Töne Richtung Washington aus. Anfang der Woche hatte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, dass China angesichts des Handelskonflikts auch eine mögliche Währungsabwertung durchspiele, um damit den heimischen Exporteuren Vorteile verschaffen zu können.

Nur einen Tag vor Zentralbankchef Yi hatte zuletzt allerdings auch Chinas Staatschef Xi die Sorgen vor einem Handelskrieg der beiden weltgrößten Volkswirtschaften gedämpft und eine "neuen Phase der Öffnung" angekündigt. Konkret nannte er dabei Maßnahmen zur Reduzierung von Zöllen auf Autos und zum Schutz geistigen Eigentums - und sprach damit indirekt Hauptforderungen der USA an.

Trump begrüßte dies am Dienstag: Er sei "sehr dankbar" für Xis "nette Worte", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Wir werden gemeinsam große Fortschritte machen." Das Weiße Haus stellte anschließend allerdings klar, konkretes Handeln von China zu erwarten. Bis dies geschehe, blieben die USA bei ihren angekündigten Strafzöllen.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, warnte in einer Rede in Hongkong am Mittwoch vor den weltweiten Folgen protektionistischer Politik. Das System von Regeln und geteilter Verantwortung sei "in Gefahr auseinandergerissen zu werden", sagte Lagarde. Dies käme einem "unentschuldbaren kollektiven Politikversagen" gleich. Versuche des Dialogs müssten deshalb so gut wie möglich unterstützt werden, forderte die IWF-Chefin.

Das US-Handelsministerium bestätigte unterdessen seine Einschätzung, dass bestimmte kaltgewalzte Stahlrohre von Unternehmen aus Deutschland, der Schweiz, Italien, Südkorea, Indien und China in den USA zu "unfairen" Dumpingpreisen verkauft worden seien. Deshalb sollten für die Produkte künftig Antidumping-Zölle gelten - im Falle von Deutschland von bis zu 209 Prozent. Die endgültige Entscheidung dazu von Seiten der unabhängigen US-Handelskommission (USITC) wird nun bis zum 24. Mai erwartet.


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