09.04.2018, 16:17 Uhr

Berlin (AFP) Merkel telefoniert mit Putin wegen des Ukraine-Konflikts

Bundeskanzlerin Merkel (r.) und Präsident Putin beim G20-Gipfel in Hamburg. Quelle: AFP/Archiv/SAUL LOEB (Foto: AFP/Archiv/SAUL LOEB)Bundeskanzlerin Merkel (r.) und Präsident Putin beim G20-Gipfel in Hamburg. Quelle: AFP/Archiv/SAUL LOEB (Foto: AFP/Archiv/SAUL LOEB)

Bundeskanzlerin verurteilt zudem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des Ukraine-Konflikts sowie der Lage in Syrien telefoniert. Im Vordergrund des Telefonats am Montag standen die Lage in der Ostukraine, die Umsetzung der Minsker Abkommen, eine mögliche UN-Mission im Donbass sowie die Gasbeziehungen zwischen der Ukraine und Russland, wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mitteilte.

Beide Seiten seien sich darüber einig gewesen, dass die Minsker Vereinbarungen zügig und vollständig umgesetzt werden müssten - vor allem müsse der Waffenstillstand, "insbesondere die jüngst vereinbarte Osterfeuerpause", eingehalten und die Gefangenen ausgetauscht werden, erklärte Seibert.

Merkel und Putin betonten demnach, wie wichtig es sei, die gemeinsame Arbeit im sogenannten Normandie-Format fortzusetzen. In den Normandie-Gesprächen verhandeln Deutschland und Frankreich mit Russland und der Ukraine.

In dem Gespräch mit Putin verurteilte Merkel zudem den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der syrischen Stadt Duma, wie Seibert weiter mitteilte. Der Regierungssprecher hatte zuvor bereits gesagt, bei dem neuerlichen Giftgaseinsatz deuteten "die Umstände auf die Verantwortlichkeit des Assad-Regimes hin". Zudem forderte er, Russland als enger Verbündeter der syrischen Führung müsse "seine Blockadehaltung im UN-Sicherheitsrat mit Blick auf eine Untersuchung von Chemiewaffeneinsätzen in Syrien aufgeben".

Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Stadt Duma waren am Samstag laut der Zivilschutzorganisation Weißhelme und der Hilfsorganisation Syrian American Medical Society (Sams) 48 Menschen getötet worden. Mehr als 500 weitere Menschen litten demnach unter Atembeschwerden. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) kündigte am Montag eine Untersuchung an, um die Vorwürfe zu prüfen.


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