04.04.2018, 10:33 Uhr

Wien (AFP) Prozess gegen terrorverdächtigen IS-Unterstützer in Wien begonnen

Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/David-Wolfgang Ebener (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/David-Wolfgang Ebener)Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/David-Wolfgang Ebener (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/David-Wolfgang Ebener)

19-Jähriger soll Anschläge in Deutschland vorbereitet haben

In Wien hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 19-Jährigen begonnen, der im Namen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ein Attentat in Deutschland vorbereitet haben soll. "Es ist nur einer glücklichen Fügung des Schicksals zu verdanken, dass es nicht zu einem Anschlag gekommen ist", zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA aus der Anklageverlesung. Die Geschworenen wurden aus Sicherheitsgründen anonym vereidigt.

Der in Wien geborene Sohn aus Albanien stammender Eltern soll versucht haben, einen Zwölfjährigen zu einem Selbstmordanschlag auf den Weihnachtsmarkt von Ludwigshafen zu überreden. Zusammen mit einer jungen Frau, mit der der Angeklagte nach islamischen Recht verheiratet ist, plante der Mann zudem laut Staatsanwaltschaft einen Rohrbombenanschlag auf eine Militäreinrichtung in Deutschland. An den Vorbereitungen war demnach auch ein 22-jähriger Deutscher beteiligt.

Der Angeklagte und sein Unterstützer bauten nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Bomben und testeten mit Erfolg einen Sprengsatz in einem Park in Neuss. Der 19-Jährige habe sämtliche terroristischen Straftatbestände, die das Strafgesetzbuch bietet, verwirklicht, sagte der Ankläger laut APA in seinem Eröffnungsvortrag.

"Wir müssen dankbar sein, dass wir heute hier sitzen und den Prozess führen dürfen. Wäre es nämlich nach der Vorstellung des Angeklagten gegangen, hätten wir eine Vielzahl an Toten zu beklagen", sagte der Staatsanwalt. "Der Angeklagte war bis in die Zehenspitzen radikalisiert."

Mit 15 Jahren war der bis dahin unauffällige Junge wegen schweren Raubes zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Im Gefängnis soll er zum Islam konvertiert sein und sich rasch radikalisiert haben. Nach seiner Freilassung konsumierte er der Anklage zufolge IS-Propaganda im Internet und hatte über Online-Netzwerke Kontakt zu einem IS-Angehörigen.


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