03.04.2018, 20:28 Uhr

Brüssel (AFP) Massive Störungen im Flugverkehr durch beispiellose Panne bei Eurocontrol

Wartende Passagiere in London. Quelle: AFP/Archiv/BEN STANSALL (Foto: AFP/Archiv/BEN STANSALL)Wartende Passagiere in London. Quelle: AFP/Archiv/BEN STANSALL (Foto: AFP/Archiv/BEN STANSALL)

"Rückkehr zur Normalität" erst seit dem Abend

Der Ausfall eines zentralen Computersystems der europäischen Flugsicherung Eurocontrol hat am Dienstag zu massiven Störungen im europäischen Luftverkehr geführt. Wie die Organisation in Brüssel mitteilte, war ein System zum Datenaustausch und zur Koordinierung von Flugplänen betroffen. "Schätzungsweise die Hälfte" der geplanten 29.500 Flüge in Europa könnten durch den "Systemausfall" am Dienstag verspätet sein. Erst am Abend war die Störung beendet.

Betroffen von der Panne war demnach das Enhanced Tactical Flow Management System (ETFMS). Durch dieses werden Flüge und Kapazitäten innerhalb des europäischen Luftraums koordiniert. "Die Flugsicherung direkt ist nicht betroffen und es gibt keine Auswirkungen auf die Sicherheit", erklärte Eurocontrol.

"So etwas hatten wir noch nie", sagte eine Eurocontrol-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Gegen 20.00 Uhr war die Störung beendet und Eurocontrol meldete eine "Rückkehr zur Normalität". Wieviele Flüge am Ende betroffen waren, teilte die Organisation nicht mit.

Durch die Panne waren alle Flugpläne verloren gegangen, die vor 12.26 Uhr (MESZ) in das System eingegeben worden waren. Eurocontrol forderte die Fluggesellschaften daher auf, die Flugpläne erneut in das System einzugeben.

Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) sagte, auch an Deutschlands Airports laufe alles "etwas langsamer". Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main hielten sich die Auswirkungen bis zum späten Nachmittag aber "in Grenzen", wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport sagte. "Wir haben Verspätungen im Abflugbereich, aber nichts, was man als dramatisch bezeichnen würde. Die Pünktlichkeit liegt unter 80 Prozent."

Eurocontrol ist eine zwischenstaatliche Organisation. Ihr gehören nicht nur die 28 EU-Staaten an, sondern auch Länder wie die Ukraine, die Türkei oder Georgien. Die Organisation beschäftigt gut 1900 Mitarbeiter.


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