29.03.2018, 12:25 Uhr

Nürnberg (AFP) Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wieder unter 2,5 Millionen

Arbeiter auf einer Gleisanlage. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Lukas Schulze (Foto: dpa/AFP/Archiv/Lukas Schulze)Arbeiter auf einer Gleisanlage. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Lukas Schulze (Foto: dpa/AFP/Archiv/Lukas Schulze)

Rückgang im März stärker als üblich ausgefallen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist wieder unter die Marke von 2,5 Millionen gesunken. Im März waren 2,458 Millionen Menschen arbeitslos, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mitteilte. Damit setzt sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt unvermindert fort - BA-Chef Detlef Scheele sieht auch keine Anzeichen, dass der Höhenflug endet.

Laut Scheele könnte die Arbeitslosenzahl im Herbst auf etwa 2,1 Millionen sinken. Auch bei der Langzeitarbeitslosigkeit erwartet der BA-Chef Fortschritte, hier könnte die Zahl von zuletzt 845.000 ein Jahr oder länger arbeitslosen Menschen auf etwa 800.000 sinken.

Die März-Arbeitslosenzahl lag um 204.000 niedriger als vor einem Jahr, gegenüber dem Februar gab es einen Rückgang um 88.000. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsvergleich um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent.

Scheele sagte, die erfreuliche Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt setze sich weiter fort. So sei der Rückgang der Arbeitslosenzahl stärker gewesen als jahreszeitlich üblich. Auch die Arbeitsmarktexperten der BA sähen keinerlei Anzeichen, dass der Höhenflug bald enden könnte.

Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes für Februar gab es zuletzt 44,3 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. Dies waren 621.000 Menschen mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg geht laut BA alleine auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigte zurück.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärte, angesichts der ausgezeichneten Lage am Arbeitsmarkt müsse sich die Politik mehr um langzeitarbeitslose Menschen kümmern. "Wir wollen deshalb einen sozialen Arbeitsmarkt schaffen." Mit den bereits angekündigten Mitteln von vier Milliarden Euro sollen Qualifizierung, Vermittlung und Reintegration der Langzeitarbeitslosen für und in Arbeit gelingen.

Die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke forderte statt Standardangeboten für Langzeitarbeitslose individuell zugeschnittene Unterstützung. Geförderte Beschäftigung müsse arbeitsmarktnah sein, bekräftigte Müller-Gemmeke die Position ihrer Partei.

Der FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel forderte eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes. Es solle niemand mehr arbeiten müssen, aber alle flexibler arbeiten dürfen. Die große Koalition verschlafe solche notwendigen Reformen.

Die Linken-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann erklärte, ein erheblicher Teil des Beschäftigungszuwachses in Deutschland beruhe auf prekärer Beschäftigung. Die große Koalition müsse sachgrundlose Befristungen und andere prekäre Beschäftigungsverhältnisse abschaffen, Minijobs müssten in reguläre Arbeitsverhältnisse überführt werden.


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