28.03.2018, 11:05 Uhr

Kairo (AFP) Dritter und letzter Tag der Präsidentschaftswahl in Ägypten

Wahlwerbung für al-Sisi. Quelle: AFP/Archiv/FETHI BELAID (Foto: AFP/Archiv/FETHI BELAID)Wahlwerbung für al-Sisi. Quelle: AFP/Archiv/FETHI BELAID (Foto: AFP/Archiv/FETHI BELAID)

Deutsche Politiker sprechen von "Lachnummer" und "Farce"

Die Ägypter haben am Mittwoch am dritten und letzten Tag der Präsidentschaftswahl ihre Stimmen abgeben können. Bei der Wahl steuert Amtsinhaber Abdel Fattah al-Sisi auf einen sicheren Sieg zu: Der einzige Gegenkandidat Mussa Mostafa Mussa ist weitgehend unbekannt und zudem ein bekennender Anhänger al-Sisis.

Die Frage ist deshalb nur, mit welchem Ergebnis der Präsident gewinnt und wie hoch die Wahlbeteiligung ausfällt. Dies gilt als Gradmesser der Unterstützung für den früheren Armeechef. Das Wahlergebnis soll am kommenden Montag verkündet werden.

Die letzte Präsidentschaftswahl 2014 hatte al-Sisi mit knapp 97 Prozent gewonnen. Die Beteiligung lag damals bei 47,5 Prozent, nachdem die Wahl um einen dritten Tag verlängert worden war.

Bei der diesjährigen Wahl wurden Gegner des Präsidenten an einer Kandidatur gehindert. Deutsche Politiker kritisierten den Urnengang am Mittwoch scharf. Die Grünen-Außenpolitikerin Franziska Brantner sprach im Radioprogramm SWR Aktuell von einer "Lachnummer".

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Heike Hänsel, bezeichnete die Wahl als "Farce". "Fünf Präsidentschaftskandidaten wurden entweder verhaftet oder zum Rücktritt gezwungen, der einzige Gegenkandidat ruft zur Wahl al-Sisis auf." Beide Politiker forderten von der Bundesregierung einen Stopp von Rüstungsexporten nach Ägypten.


0 Kommentare