27.03.2018, 08:01 Uhr

Duisburg (AFP) NO2-Belastung in deutschen Großstädten seit Jahresbeginn deutlich gesunken

Autos in Stuttgart. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Marijan Murat (Foto: dpa/AFP/Archiv/Marijan Murat)Autos in Stuttgart. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Marijan Murat (Foto: dpa/AFP/Archiv/Marijan Murat)

CAR-Institut: Diesel-Fahrverbote aber weiter nicht auszuschließen

Die Belastung mit Stickstoffdioxid hat sich seit Jahresbeginn in vielen deutschen Großstädten zum Teil deutlich verringert. Das reiche aber nicht aus, um Fahrverbote für Dieselautos auszuschließen, teilte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Essen-Duisburg am Dienstag mit. In einer Hochrechnung auf das gesamte Jahr werde der gesetzliche Grenzwert weiterhin in 32 Städten überschritten. Vergangenes Jahr wurde er im Jahresmittel in 52 Städten überschritten.

Dudenhöffer nahm für seine Analyse die Stundenmittelwerte der knapp 400 Messstationen in Deutschland und rechnete sie auf Mittelwerte für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 15. März hoch. Die Verbesserungen im Vergleich zum Jahresmittelwert 2017 lagen bei bis zu 23 Prozent in Stuttgart. Eine Verschlechterung gab es etwa in Kiel - das ist laut dem CAR-Bericht aber die große Ausnahme.

Über alle Stationen verringerte sich die NO2-Belastung um 13 Prozent. Dudenhöffer wies explizit darauf hin, dass die Ursache für die Verbesserung nicht ausschließlich durch den Verkehr bedingt sei, sondern ebenfalls etwa die Wetterverhältnisse dafür verantwortlich sein könnten. Daher zeichne die Verringerung der Belastung ein optimistisches Bild.

Doch auch in diesem optimistischen Szenario reichen die Verbesserungen nicht aus, um überall den gesetzlichen Grenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft einzuhalten. Hamburg und Köln würden für dieses Jahr hochgerechnet nicht unter die 50-Mikrogramm-Marke kommen - Stuttgart, Kiel und München würden an je einer Messstation 60 Mikrogramm überschreiten. In diesen fünf Städten seien Fahrverbote für Dieselautos deshalb nicht kategorisch auszuschließen, erklärte Dudenhöffer.


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