26.03.2018, 19:37 Uhr

Washington (AFP) Weißes Haus weist Vorwürfe von Pornodarstellerin zurück

Donald Trump und Stormy Daniels. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MANDEL NGAN, Ethan Miller (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MANDEL NGAN, Ethan Miller)Donald Trump und Stormy Daniels. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MANDEL NGAN, Ethan Miller (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/MANDEL NGAN, Ethan Miller)

Stormy Daniels: Gewaltdrohung nach angeblicher Affäre mit Trump

Verbales Duell zwischen einer Pornodarstellerin und dem Weißen Haus: Mit Dementis hat die US-Regierungszentrale am Montag auf ein Aufsehen erregendes Fernsehinterview von Stormy Daniels reagiert. Die 39-Jährige hatte darin pikante Details ihrer angeblichen einstigen Affäre mit dem heutigen Präsidenten Donald Trump geschildert. Zudem erhob sie den Vorwurf, durch Androhung physischer Gewalt zum Schweigen über die Affäre gezwungen worden zu sein.

Das Weiße Haus dementierte daraufhin erneut eine Affäre zwischen Trump und der Pornodarstellerin. Dies habe der Präsident "deutlich, klar und beständig bestritten", sagte Trump-Sprecher Raj Shah. Er trat zudem der Darstellung entgegen, die Schauspielerin sei bedroht worden. Der Präsident glaube diese nicht: "Es gibt nichts, was diesen Vorwurf stützt."

Daniels - die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt - hatte im Sender CBS am Sonntagabend (Ortszeit) berichtet, sie habe 2006 ein einziges Mal Sex mit dem Immobilienmogul und TV-Star gehabt. Als dann 2011 ein Interview mit ihrer Schilderung der Affäre vor der Veröffentlichung gestanden habe, sei sie auf einem Parkplatz in Las Vegas von einem Mann bedroht worden.

Diese habe sie gewarnt: "Lass Trump in Ruhe, vergiss die Geschichte", sagte Clifford. Dann habe er ihre kleine Tochter angesehen und gesagt: "'Das ist ein hübsches kleines Mädchen. Es wäre schade, wenn ihrer Mama etwas zustoßen würde'". Die Drohung habe ihr einen großen Schrecken eingejagt, erzählte Clifford. Deshalb habe sie sich auch nicht an die Polizei gewandt.

Nach ihrer Schilderung hatte sie den mehr als 30 Jahre älteren Trump im Juli 2006 während eines Promi-Golfturniers im kalifornischen Lake Tahoe kennengelernt. In seinem Hotelzimmer habe sie damals ungeschützten und einvernehmlichen Sex mit ihm gehabt.

Mit einem Magazin, dessen Titelseite Trump abgebildet haben soll, habe sie ihm den Hintern versohlt, erzählte Clifford. Er habe zu ihr gesagt: "Wow, du, du bist besonders. Du erinnerst mich an meine Tochter." Sie habe Trump wenig attraktiv gefunden, sagte Stormy Daniels.

Damals war Trump bereits mit der heutigen First Lady Melania verheiratet, drei Monate zuvor hatte sie ihren gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht. Sie habe Trump nach seiner Frau gefragt, sagte die Pornodarstellerin. Er habe aber nur kurz geantwortet: "Mach Dir keine Gedanken, wir haben getrennte Zimmer." Auch habe er sie damals nicht um Geheimhaltung gebeten.

Nach dem angeblichen kurzen Abenteuer blieb Clifford nach eigenen Angaben bis 2007 mit Trump in Kontakt. Er habe ihr gesagt, er wolle sie in seiner TV-Show "The Apprentice" unterbringen. Doch dazu kam es nie.

Vier Jahre später habe sie dann gegen Zahlung von 15.000 Dollar dem Magazin "In Touch" ein Interview über ihre Beziehung zu Trump zugesagt, sagte Clifford. Kurze Zeit danach soll der Vorfall auf dem Parkplatz stattgefunden haben.

Das Magazin verzichtete damals auf Veröffentlichung des Interviews. Der Grund war laut CBS, dass Trumps Anwalt Michael Cohen mit einer Klage gedroht hatte. Anfang diesen Jahres veröffentlichte "In Touch" das Interview aber dann doch. Deshalb waren viele Details der angeblichen Affäre schon vor Cliffords jetzigem TV-Interview bekannt.

Elf Tage vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 hatte die Pornodarstellerin eine Schweigevereinbarung unterzeichnet. Cohen habe ihr dafür 130.000 Dollar gezahlt, sagte Daniels. Der Anwalt hatte die Zahlung kürzlich zugegeben, über den Grund dafür schwieg er sich aber aus.

Clifford will aus der Vereinbarung aussteigen und ist deswegen vor Gericht gezogen. Trumps Anwälte drohen ihr mit einer Schadenersatzklage von 20 Millionen Dollar wegen Bruchs der Vereinbarung.


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