24.03.2018, 14:27 Uhr

Washington (AFP) Hunderttausende Schüler wollen für schärferes US-Waffenrecht demonstrieren

500.000 Demonstranten werden in Washington erwartet
. Quelle: AFP/Archiv/JIM WATSON (Foto: AFP/Archiv/JIM WATSON)500.000 Demonstranten werden in Washington erwartet . Quelle: AFP/Archiv/JIM WATSON (Foto: AFP/Archiv/JIM WATSON)

US-Regierung legt Gesetz für Verbot von Schnellfeuer-Aufsätzen vor

Es dürften die größte Anti-Waffen-Proteste in den USA seit Jahrzehnten werden: Hunderttausende Schüler wollen am Samstag landesweit für ein schärferes Waffenrecht demonstrieren. Alleine zur zentralen Kundgebung (ab 17.00 Uhr MEZ) in der Hauptstadt Washington werden eine halbe Million Demonstranten erwartet. Hinter dem "Marsch für unser Leben" stehen unter anderem Überlebende des Schulmassakers in Parkland. Zahlreiche Prominente unterstützen die Proteste.

Nach Angaben der Organisatoren sind in den USA und anderen Ländern unter dem Motto #NeverAgain" (Nie wieder) mehr als 800 Protestmärsche geplant, auch in Berlin soll eine Kundgebung stattfinden. Es dürften die größten Anti-Waffen-Kundgebungen in den Vereinigten Staaten seit dem "Million-Mom-March" im Jahr 2000 werden.

An der Spitze der Bewegung stehen Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland. Ein ehemaliger Mitschüler hatte dort Mitte Februar 17 Menschen mit einem Schnellfeuergewehr erschossen. Das Blutbad heizte die Debatte über das laxe US-Waffenrecht an, ohne dass bislang weitreichende Gesetzesänderungen beschlossen wurden.

Am Freitag legte die US-Regierung ein Gesetz zum Verbot von Schnellfeuer-Aufsätzen vor. "Wir werden Vorrichtungen verbieten, die legale Waffen in illegale Maschinengewehre umwandeln", erklärte Präsident Donald Trump. Mit Hilfe der sogenannten Bump Stocks kann eine halbautomatische Waffe zu einer vollautomatischen Waffe aufgerüstet werden.

Forderungen nach einschneidenden Reformen des Waffenrechts prallen in den USA hingegen stets auf eine breite Front von Verfechtern des Rechts auf Selbstverteidigung. Trump hatte sich als Reaktion auf das Massaker in Parkland zwar zeitweise für deutliche Gesetzesverschärfungen ausgesprochen, rückte dann aber wieder davon ab.

Die Organisatoren der Protestmärsche wollen sich damit nicht abfinden, seit Wochen werben sie eindringlich für ein strengeres Waffenrecht. "Der Marsch ist erst der Anfang", sagte die Parkland-Schülerin Aalayah Eastmond. "Wir werden kämpfen, bis sich etwas ändert."

Die Protestbewegung wird von zahlreichen Prominenten unterstützt. An der Demonstration in Washington wollen etwa die Popstars Miley Cyrus, Ariana Grande und Justin Timberlake teilnehmen. Auch US-Schauspieler George Clooney und seine Frau Amal, die Moderatorin Oprah Winfrey und der Regisseur Steven Spielberg stellten sich an die Seite der Schüler.

Der frühere US-Präsident Barack Obama, der sich in seiner Amtszeit erfolglos für strengere Waffengesetze eingesetzt hatte, lobte in einem Brief an die Parkland-Schüler ihre "Ausdauer, Entschlossenheit und Solidarität". Sie hätten dabei geholfen, "das Gewissen der Nation zu wecken". Der frühere US-Präsident Bill Clinton erklärte, das Land müsse den Schülern und ihren Mitstreitern dankbar sein.


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