24.03.2018, 16:14 Uhr

Hamburg (AFP) Hamburger SPD macht Weg für Nachfolger von Olaf Scholz frei

Scholz, Leonhard und Tschentscher in Hamburg (v.l.n.r.). Quelle: dpa/AFP/Daniel Reinhardt (Foto: dpa/AFP/Daniel Reinhardt)Scholz, Leonhard und Tschentscher in Hamburg (v.l.n.r.). Quelle: dpa/AFP/Daniel Reinhardt (Foto: dpa/AFP/Daniel Reinhardt)

Tschentscher für Amt des Bürgermeisters nominiert - Leonhard neue Parteichefin

Die Hamburger SPD hat mit großer Mehrheit die Weichen für die Nachfolge von Olaf Scholz gestellt, der als Bundesfinanzminister nach Berlin gewechselt ist. Auf einem Landesparteitag in der Hansestadt nominierten die rund 350 Delegierten am Samstag Finanzsenator Peter Tschentscher für das Amt des Hamburger Bürgermeisters, zur neuen Landesvorsitzenden wurde Sozialsenatorin Melanie Leonhard gewählt. Für alle drei SPD-Politiker gab es minutenlangen Applaus, Scholz verabschiedete der Parteitag mit Glückwünschen in die Hauptstadt.

Schon nach Scholz' Bilanzrede zu seiner Zeit als Hamburger Regierungschef und Landesparteichef gab es stehenden, langen Applaus. Scholz hatte beide Ämter bislang in Personalunion ausgeführt und gab sie nun ab, weil er Finanzminister der neuen Bundesregierung wurde.

Mit 95,2 Prozent wurde Finanzsenator Tschentscher vom Parteitag für das Amt des Hamburger Bürgermeisters nominiert, er erhielt 337 von 354 gültigen Stimmen. Die Partei sprach von einem "großartigen Ergebnis". In seiner Bewerbungsrede hatte er unter anderem für einen Mindestlohn von zwölf Euro in der Verwaltung der Hansestadt geworben. Nach seiner Nominierung bedankte er sich bei der Partei und erklärte er, die Vision einer "modernen Stadtgesellschaft" sei, dass alle am wirtschaftlichen Erfolg Hamburgs teilhaben können.

Scholz trat anschließend offiziell als Landesparteichef der Hamburger SPD zurück und schlug Leonhard als seine Nachfolgerin vor. Die Sozialsenatorin konnte bei der Wahl anschließend mit 94,6 Prozent ebenfalls große Zustimmung verzeichnen. Sie erhielt 317 von 335 gültigen Stimmen. Leonhard freute sich über das "Vertrauen", das die Partei in sie setze. Sie sei zudem froh, Tschentscher als Regierungschef unterstützen zu dürfen, erklärte sie nach ihrer Wahl.

Der Landesvorstand hatte die Nachfolger für Scholz schon vor rund zwei Wochen einmütig nominiert und sie dem Parteitag empfohlen. Die Satzung der Hamburger SPD sieht vor, dass die Delegierten auch bei einem Wechsel im Bürgermeisteramt befragt werden, bevor sich der entsprechende Kandidat in der Bürgerschaft zur Wahl stellt. Die Abstimmung über Tschentscher im Parlament findet am Mittwoch statt.


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