23.03.2018, 09:39 Uhr

Beirut (AFP) Aktivisten: Rebellen aus Ost-Ghuta treffen in Idlib ein

Rebellen aus Ost-Ghuta treffen in Idlib ein. Quelle: AFP/OMAR HAJ KADOUR (Foto: AFP/OMAR HAJ KADOUR)Rebellen aus Ost-Ghuta treffen in Idlib ein. Quelle: AFP/OMAR HAJ KADOUR (Foto: AFP/OMAR HAJ KADOUR)

Hunderte Kämpfer ziehen aus umkämpfter Stadt Harasta ab

Hunderte syrische Rebellenkämpfer aus der Enklave Ost-Ghuta bei Damaskus sind laut Aktivisten mit ihren Angehörigen in der Provinz Idlib eingetroffen. Die Busse mit den Kämpfern der Islamistengruppe Ahrar al-Scham hätten nach einem Stopp in der Provinz Hama am Freitag Idlib erreicht, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Am Donnerstag hatten rund 400 Kämpfer mit ihren Familien die Stadt Harasta in Ost-Ghuta verlassen.

Ein AFP-Reporter im Flüchtlingslager Maaret al-Ichwan sah einige Rebellen eintreffen. Die Familien wurden demnach in das Lager gelassen, die Kämpfer aber nicht. Laut dem Reporter hatten die Busse in der Nacht einen Stopp in Kalat al-Madik eingelegt, wo sie von Mitarbeitern des Roten Halbmonds und der Zivilschutzorganisation Weißhelme empfangen wurden. Laut der Beobachtungsstelle starb auf dem Weg ein Mann an seinen Wunden.

Die Evakuierung von Harasta beruht auf einer Vereinbarung von Ahrar al-Scham mit der syrischen Regierung. Diese geht seit mehr als einem Monat mit Unterstützung der russischen Luftwaffe gegen die Rebellen in Ost-Ghuta vor. Rund 80 Prozent des Gebiets vor den Toren der Hauptstadt sind inzwischen wieder unter Kontrolle der Regierung. Nach der Räumung von Harasta bleiben nur noch zwei Gebiete um Duma und Samalka in der Hand der Rebellen.

Die islamistischen Gruppen Dschaisch al-Islam in Duma und Fajlak al-Rahman in Samalka stehen ebenfalls unter Druck, einem Abzug ihrer Kämpfer zuzustimmen. Fajlak al-Rahman kündigte am Donnerstag an, ab Mitternacht die Waffen schweigen zu lassen, um mit Russland über den Abzug ihrer Kämpfer zu verhandeln. Ein Sprecher der Gruppe sagte AFP, die regionale Waffenruhe sei von der UNO vermittelt worden.

Am Donnerstag waren laut der Beobachtungsstelle mindestens 38 Zivilisten bei russischen Luftangriffen auf Samalka und umliegende Ortschaften getötet worden. Kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe in der Nacht zu Freitag habe es zudem bei Luftangriffen auf die Stadt Arbin 37 Tote gegeben, teilte die oppositionsnahe Organisation mit. Sie bezieht ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie kaum zu überprüfen.

Schon in der Vergangenheit hatten die Rebellen im Zuge von Vereinbarungen mit der Regierung mehrere Bastionen bei Damaskus geräumt und sich nach Idlib im Nordwesten Syriens zurückgezogen. Idlib ist die letzte Provinz, die sich weitgehend dem Zugriff von Machthaber Baschar al-Assad entzieht, doch verloren die Rebellen seit Dezember große Gebiete im Südosten der Provinz an die Regierungstruppen.


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