21.03.2018, 19:30 Uhr

Paris (AFP) Kreise: Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy aus Gewahrsam entlassen

Sarkozy mit Gaddafi im Juli 2007 in Tripolis. Quelle: AFP/ (Foto: AFP/)Sarkozy mit Gaddafi im Juli 2007 in Tripolis. Quelle: AFP/ (Foto: AFP/)

Seit Dienstag von Ermittlern vernommen

Der wegen Ermittlungen zu illegalen libyschen Wahlkampfspenden vernommene französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy ist nach 20 Stunden aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus informierten Kreisen. "Der Gewahrsam von Sarkozy ist beendet", sagte eine der Quellen, ohne Angaben zu möglichen weiteren juristischen Folgen zu machen.

Sarkozy war am Dienstag in Gewahrsam genommen worden und wurde auf einer Polizeidienststelle in Nanterre westlich von Paris vernommen. Die Nacht auf Mittwoch durfte der 63-Jährige unter polizeilichen Auflagen zu Hause verbringen.

Der Ex-Staatschef hätte bis zu 48 Stunden lang in Polizeigewahrsam gehalten werden dürfen. Bis spätestens Donnerstagmorgen hätte er einem Richter vorgeführt oder freigelassen werden müssen.

Bei der Vernehmung ging es um den Verdacht, der frühere libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi habe 2007 Sarkozys erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampf mitfinanziert. Dabei sollen bis zu 50 Millionen Euro geflossen sein. Es war das erste Mal, dass Sarkozy, der von 2007 bis 2012 Frankreichs Präsident war, zu den Vorwürfen befragt wurde. Untersuchungsrichter gehen dem Verdacht bereits seit April 2013 nach. Sarkozy bestreitet die Vorwürfe.

Befragt wurde auch Sarkozys ehemaliger Innenminister Brice Hortefeux. Im Kurzbotschaftendienst Twitter erklärte dieser, seine Aussagen dienten dazu, "eine Folge von Irrtümern und Lügen zu beenden".

Die 2007 bei der Präsidentschaftswahl unterlegene Sozialistin Ségolène Royal sagte, sie erhoffe sich von den Befragungen Aufklärung. Die Bürger hätten ein Recht "zu wissen, ob der Kampf mit gleichen Waffen stattfand".

Im rechten politischen Lager wurde dagegen Kritik an der Justiz laut. Der frühere Premierminister Jean-Pierre Raffarin von Sarkozys Partei Die Republikaner bedauerte das "Spektakel" um den früheren Präsidenten. Die Justiz erwecke den Eindruck, sie wolle gewisse Verdächtige "demütigen".

Die Chefin der rechtspopulistischen Front National (FN), Marine Le Pen, zog die Neutralität von Untersuchungsrichter Serge Tournaire in Zweifel und rief die Justiz zu "ernsthaften" Ermittlungen auf. Gegen Le Pen ermittelt die Justiz ebenfalls, unter anderem wegen mutmaßlichen Betrugs bei der Finanzierung von Wahlkämpfen sowie der Scheinbeschäftigung von FN-Mitarbeitern auf Kosten des Europaparlaments.


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