21.03.2018, 13:07 Uhr

Damaskus (AFP) 35 Menschen bei Raketenangriff der Rebellen in Damaskus getötet

Krankenwagen bringt Verletzte von Angriff in Klinik. Quelle: AFP/STRINGER (Foto: AFP/STRINGER)Krankenwagen bringt Verletzte von Angriff in Klinik. Quelle: AFP/STRINGER (Foto: AFP/STRINGER)

Syrische Regierungstruppen dringen auf Einnahme von Ost-Ghuta

Beim Einschlag einer von Rebellen abgefeuerten Rakete in Damaskus sind auf einer Einkaufsstraße laut syrischen Staatsmedien 35 Menschen getötet worden. Auf der belebten Straße im östlichen Vorort Dscharamana waren zahlreiche Zivilisten unterwegs, die Geschenke für den Muttertag kaufen wollten, der in Syrien am Mittwoch gefeiert wird. Unterdessen setzten die syrischen Regierungstruppen ihre Offensive auf die letzten Rebellenenklaven in der Region Ost-Ghtua fort.

Der Raketenangriff aus Ost-Ghuta war einer der blutigsten Angriffe auf die Hauptstadt seit Beginn des Bürgerkriegs. "Möge Gott ihnen niemals vergeben! Die Rakete traf uns, als wir gerade einkaufen waren", sagte Umm Hischam im Krankenhaus, die mit Sohn und Tochter vor einem Süßwarengeschäft stand, als das Geschoss einschlug. Ihr wurde ein Bein amputiert, über das Schicksal ihrer Kinder war sie im Ungewissen.

Die Rebellen in Ost-Ghuta feuern seit Jahren regelmäßig Mörsergranaten und Raketen auf Damaskus. Syriens Machthaber Baschar al-Assad führt den fortgesetzten Beschuss als Grund für seine Offensive gegen die Rebellenenklave an. Seit dem Start der Offensive am 18. Februar eroberten die Regierungstruppen mit russischer Luftunterstützung bereits 80 Prozent der Rebellengebiete, die nunmehr in drei Teile gespalten sind.

Anwohner in Dscharamana berichteten, die Straßen des beliebten Einkaufsviertels seien voller Menschen gewesen. Eine Frau sagte, die Rakete sei in der Nähe eines Kontrollpunkts der Sicherheitskräfte eingeschlagen. Bereits vor dem Angriff am Dienstagabend seien etwa 50 Zivilisten durch Rebellenbeschuss in Damaskus getötet worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Machthaber Assad hatte am Sonntag erstmals seit Jahren die Teile von Ost-Ghuta besucht, aus denen die Aufständischen vertrieben worden waren. Laut der Beobachtungsstelle wurden bei der Offensive mehr als 1350 Zivilisten getötet, darunter fast 300 Kinder. Auch am Dienstag wurden ihren Angaben zufolge bei Luftangriffen auf Duma 29 Zivilisten getötet, in anderen Ortschaften gab es demnach neun Tote.

Das Zentrum von Damaskus ist von den Kämpfen weitgehend verschont geblieben, doch sind in den Vororten verschiedene Rebellengruppen präsent. In der Nacht zum Dienstag eroberte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bei einem Überraschungsangriff das Viertel Kadam im Süden von Damaskus. Laut neuen Angaben der Beobachtungsstelle wurden dabei 62 regierungstreue Kämpfer getötet.

Die oppositionsnahe Organisation hatte zuvor von 36 Opfern auf Seiten der Regierung gesprochen. Laut der regierungsnahen Zeitung "Al-Watan" eroberte die IS-Miliz nur wenige Gebäude am Ostrand von Kadam. Der IS-Angriff erfolgte, nachdem eine rivalisierende islamistische Rebellengruppe im Zuge einer Vereinbarung mit der Regierung ihre Kämpfer aus Kadam abgezogen hatte.

Die IS-Miliz kontrolliert seit langem das angrenzende Viertel Hadschar al-Aswad. Laut Beobachtungsstelle zog die Armee nach dem Angriff Truppen am Rande von Kadam zusammen, um das Viertel zurückzuerobern. Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie meist kaum zu überprüfen.


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