21.03.2018, 03:53 Uhr

Washington (AFP) EU-Kommissarin wirbt in Washington weiter für Ausnahme von US-Zöllen

EU-Handelskommissarin Malmström. Quelle: AFP/Archiv/JOHN THYS (Foto: AFP/Archiv/JOHN THYS)EU-Handelskommissarin Malmström. Quelle: AFP/Archiv/JOHN THYS (Foto: AFP/Archiv/JOHN THYS)

G20-Finanzminister können sich nicht auf Verurteilung der US-Strafzölle einigen

Im Bemühen um eine Ausnahme von den US-Strafzöllen für EU-Staaten setzt EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström ihre Gespräche in Washington fort. Wie aus EU-Kreisen in der US-Hauptstadt verlautete, beriet Malmström am Dienstag mit US-Handelsminister Wilbur Ross über die geplanten Strafzölle auf Stahl und Aluminium. Dabei sei auch über die chinesische Überproduktion der beiden Metalle gesprochen worden, sagte ein Sprecher der EU-Vertretung in Washington. Am Mittwoch werde Malmström den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer treffen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte am Dienstagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter, er habe in Washington "gute Gespräche" mit Ross und Lighthizer geführt. "Einigung ist möglich, wenn wir wollen!", erklärte Altmaier. Er hatte nach einem Treffen mit Ross am Montag gesagt, er sehe noch Chancen auf einen baldigen Kompromiss.

Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle auf Aluminium und Stahl sollen am Freitag in Kraft treten. Ausnahmen von den Zöllen gibt es bislang nur für Kanada und Mexiko.

Die Finanzminister und Zentralbankchefs der 20 großen Industrie- und Schwellenländer (G20) konnten sich bei ihrem Treffen in Buenos Aires nicht auf eine Verurteilung der drohenden US-Strafzölle einigen. In ihrer in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires veröffentlichten Abschlusserklärung verwiesen sie am Dienstag aber darauf, dass "erhöhte wirtschaftliche und geopolitische Spannungen" ein Risiko für den Wirtschaftsaufschwung sein könnten.

US-Finanzminister Steven Mnuchin betonte in Buenos Aires, Washington wolle mit den am Freitag in Kraft tretenden Zöllen auf Stahl und Aluminium keinen Handelskrieg auslösen, "aber wir haben keine Angst davor". Ausnahmen von den Zöllen gibt es bislang nur für Kanada und Mexiko.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte vor Beginn des Treffens in Buenos Aires vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt: Sie könnten das weltweite Wachstum empfindlich bremsen. Die Finanzminister und Notenbankchefs der G20 müssten sich darauf konzentrieren, den derzeitigen Konjunkturaufschwung zu schützen, forderte Lagarde.


0 Kommentare