18.03.2018, 13:44 Uhr

London (AFP) Internationale Chemiewaffenexperten ermitteln zu Giftanschlag in London

Chemiewaffenexperten sollen im Fall Skripal ermitteln. Quelle: AFP/Archiv/DANIEL LEAL-OLIVAS (Foto: AFP/Archiv/DANIEL LEAL-OLIVAS)Chemiewaffenexperten sollen im Fall Skripal ermitteln. Quelle: AFP/Archiv/DANIEL LEAL-OLIVAS (Foto: AFP/Archiv/DANIEL LEAL-OLIVAS)

Johnson: Großbritannien hat Beweise für Entwicklung von Nervengift durch Moskau

Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) werden am Montag in London erwartet, um die beim dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal verwendete Substanz zu untersuchen. Das kündigte der britische Außenminister Boris Johnson am Sonntag im Sender BBC an. Die britischen Behörden würden den Experten Proben zur Verfügung stellen. "Und die werden in den internationalen Laboren mit dem besten Ruf getestet."

Nach Angaben des Außenministeriums in London dürften die Ergebnisse der Untersuchung in frühestens zwei Wochen vorliegen. Johnson fügte hinzu, dass seine Regierung über "Beweise" verfüge, wonach Russland "nicht nur in den vergangenen zehn Jahren Nervengifte herstellte mit dem Ziel, Menschen zu töten, sondern auch Vorräte des Nervengifts Nowitschok anlegte".

Die britische Regierung macht Russland für den Giftanschlag verantwortlich und geht davon aus, dass dabei ein Gift der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion zum Einsatz kam. Russland weist dies von sich und bestreitet auch die Herstellung von Nowitschok. Der frühere russische Botschafter bei der EU, Wladimir Schischow, hatte vor Johnson in derselben BBC-Sendung gesagt, Russland habe 1992 die Herstellung chemischer Kampfstoffe eingestellt.

Johnson sagte zudem, seine Regierung erwäge weitere Sanktionen gegen Russland. Darüber werde diese Woche der nationale Sicherheitsrat beraten. Russland hatte zuvor angekündigt, 23 britische Diplomaten auszuweisen - als Reaktion auf die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten aus Großbritannien.

Der britische Außenminister kündigte zusätzliche Maßnahmen gegen Korruption und Geldwäsche an. Menschen, die durch Korruption und Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Reichtum gekommen seien, müssten unter Androhung der Beschlagnahmung von Eigentum "den Ursprung ihres Eigentums in Großbritanniens erklären", sagte Johnson.

Der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März in der südenglischen Stadt Salisbury vergiftet worden, sie schweben weiterhin in Lebensgefahr. Neben Großbritannien machen auch Deutschland, Frankreich und die USA Russland für die Tat verantwortlich.


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