18.03.2018, 10:25 Uhr

Osnabrück (AFP) Bundesbank will Frauen stärker fördern

Bundesbank-Präsident Weidmann mit Bundeskanzlerin Merkel. Quelle: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ)Bundesbank-Präsident Weidmann mit Bundeskanzlerin Merkel. Quelle: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ)

Weidmann anlässlich des Equal Pay Day: "Sicherlich noch einiges zu tun"

Die Bundesbank will Frauen stärker fördern. Im Vorstand seien Frauen unterrepräsentiert, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagsausgabe). "Ich würde es begrüßen, wenn qualifizierte Frauen künftig in unserem Vorstand stärker vertreten wären."

Auch im mittleren Management sei "sicherlich noch einiges zu tun", sagte Weidmann anlässlich des Equal Pay Days am Sonntag. Sein Haus sei allerdings auf dem richtigen Weg: So sei während seiner Amtszeit der Anteil von Frauen in Führungspositionen um fünf Prozentpunkte gestiegen, von etwa einem Fünftel auf ein Viertel. Für die kommenden Jahre habe sich die Bundesbank "einen spürbaren weiteren Anstieg vorgenommen", fügte Weidmann hinzu.

Gleichberechtigung sei nur ein Grund dafür. "Da die Alterung der Gesellschaft auch uns trifft, muss die Bundesbank ein attraktiver Arbeitgeber sein, gerade auch für Frauen", sagte Weidmann und verwies auf verbesserte Teilzeitangebote, eine Kindertagesstätte in der Zentrale der Bundesbehörde und weitere Schritte zur Vereinbarung von Familie und Beruf und zur Förderung von Frauen.

Bis zum Equal Pay Day an diesem 18. März arbeiten Frauen theoretisch ohne Gehalt, bis sie den Männern gleichgestellt sind. Denn die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen verharrt in Deutschland auf hohem Niveau - sie liegt bei 21 Prozent. Damit belegt Deutschland EU-weit einen der hintersten Plätze.

Frauen verdienten laut Statistik im vergangenen Jahr im Durchschnitt brutto 16,59 Euro pro Stunde, Männer hingegen 21,00 Euro. Rund drei Viertel des Verdienstunterschieds lassen sich vor allem durch unterschiedliche Branchen und Berufe erklären. Doch auch beim Vergleich von Frauen und Männern mit vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit beträgt der Unterschied noch sechs Prozent.


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