18.03.2018, 08:06 Uhr

Beirut (AFP) Aktivisten: Türkische Armee dringt in syrische Stadt Afrin vor

Zivilisten fliehen aus der Stadt Afrin (im Hintergrund) . Quelle: AFP/George OURFALIAN (Foto: AFP/George OURFALIAN)Zivilisten fliehen aus der Stadt Afrin (im Hintergrund) . Quelle: AFP/George OURFALIAN (Foto: AFP/George OURFALIAN)

Über 1500 Kurdenkämpfer laut Beobachtungsstelle seit Beginn der Offensive getötet

Die türkische Armee und ihre Verbündeten sind am Sonntag nach Angaben von Aktivisten in die nordsyrische Stadt Afrin vorgedrungen. Die Einheiten hätten die Kontrolle über mehrere Stadtviertel übernommen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Truppen rückten schnell in der Stadt vor. "Die Kämpfe dauern an", fügte der Leiter der Organisation, Rami Abdel Rahman, hinzu.

Die mit Ankara verbündeten Rebellen erklärten, sie seien "von Osten und Westen" in die Stadt vorgedrungen. Einwohner vor Ort sagten der Nachrichtenagentur AFP, die noch anwesenden Zivilisten versteckten sich in Kellern.

In den vergangenen Tagen hatten die türkischen Einheiten und ihre Verbündeten die Schlinge um die Stadt Afrin immer enger gezogen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren angesichts der erwarteten Offensive mehr als 200.000 Menschen aus der mehrheitlich kurdischen Stadt geflüchtet. Die in Großbritannien ansässige oppositionsnahe Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von Informanten in Syrien. Sie können von Medien kaum überprüft werden.

Die Türkei geht seit Januar mit verbündeten syrischen Islamistenmilizen in der Region Afrin gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor. Wie die Beobachtungsstelle am Sonntag mitteilte, wurden seither mehr als 1500 kurdische Kämpfer getötet. Die meisten seien bei Luftangriffen und durch Artilleriefeuer getötet worden. Seit dem 20. Januar seien überdies mehr als 400 protürkische Rebellen getötet worden.

Die Regierung in Ankara sieht die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation an. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte gedroht, nach Afrin auch Manbidsch und andere Städte in der Region anzugreifen.


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