18.03.2018, 01:13 Uhr

Berlin (AFP) "Welt am Sonntag": Finanzämter in Berlin arbeiten am schnellsten

Steuererklärung. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Christoph Schmidt (Foto: dpa/AFP/Archiv/Christoph Schmidt)Steuererklärung. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Christoph Schmidt (Foto: dpa/AFP/Archiv/Christoph Schmidt)

Nordrhein-Westfalen und Bremen bei Steuerbescheiden Schlusslichter

Nirgends erhalten Steuerpflichtige den Bescheid zu ihrer Steuererklärung so schnell wie in Berlin. Dort dauerte die Bearbeitung der Steuererklärungen für das Jahr 2016 im Schnitt 36,5 Tage, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung einer Erhebung des Bunds der Steuerzahler bei den Finanzverwaltungen der 16 Mitgliedsländer berichtet. Das seien knapp zwei Tage weniger als im Jahr zuvor und sogar gut 19 Tage weniger als bei der langsamsten Finanzverwaltung.

Bei Arbeitnehmern ging es in Berlin sogar noch etwas schneller, diese mussten nur 35 Tage warten, Selbstständige und Unternehmer erhielten ihren Bescheid nach 40 Tagen. Erfasst wurden dem Bericht zufolge alle Steuererklärungen, die bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres abgegeben wurden.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, kritisiert die teilweise sehr lange Bearbeitungszeit. "Es ist nicht akzeptabel, dass Bürger unnötig lange auf ihre Steuerbescheide warten müssen, denn viele erwarten eine Steuererstattung für die von ihnen bezahlten Steuern", sagte er der "WamS". Außerdem dürfe es nicht vom Wohnort abhängen, wann die Bürger ihren Steuerbescheid erhalten.

Die Hauptstadt hat der Erhebung zufolge Hamburg vom Spitzenplatz verdrängt. In der Hansestadt habe sich die Bearbeitungszeit der Steuererklärungen 2016 gegenüber dem Vorjahr um viereinhalb Tage auf 41 Tage verlängert, gefolgt vom Saarland, wo sich die Steuerpflichtigen 41,6 Tage gedulden müssen. Zu den langsamsten Finanzämtern gehören jene in Niedersachen und Bremen mit 55,7 und 55,9 Tagen. Zu den Schlusslichtern gehört auch Nordrhein-Westfalen mit einer Bearbeitungszeit von zwei Wochen bis sechs Monaten.

Bremen und Niedersachen konnten die Bearbeitungszeit in den vergangenen Jahren um 17,4 Tage beziehungsweise 15 Tage verkürzen, heißt es in dem Bericht weiter. Am stärksten hat die Vorgänge demnach jedoch das Saarland beschleunigt. Die dortigen Finanzämter brauchten inzwischen nur noch 41,6 Tage, 2014 dagegen seien es noch 61 Tage gewesen. Dadurch habe sich das Bundesland innerhalb von zwei Jahren von Rang zwölf auf Platz drei verbessert.


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