17.03.2018, 07:09 Uhr

Washington (AFP) Chefingenieur warnte vor Brückeneinsturz in Miami vor Rissbildung

Unglücksort in Miami. Quelle: AFP/Antoni BELCHI (Foto: AFP/Antoni BELCHI)Unglücksort in Miami. Quelle: AFP/Antoni BELCHI (Foto: AFP/Antoni BELCHI)

Warnung auf Anrufbeantworter erst nach dem Unglück abgehört

Nur wenige Tage vor dem Brückeneinsturz mit mindestens sechs Toten in Miami hat der Chefingenieur des Bauprojekts die Behörden vor einer Rissbildung in der Betonkonstruktion gewarnt. Der Ingenieur Denney Pate habe am 13. März - zwei Tage vor dem Unglück - eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter eines Festnetzanschlusses im Verkehrsministerium von Florida hinterlassen, teilte die Behörde am Freitag mit. Weil der entsprechende Sachbearbeiter aber nicht im Büro gewesen sei, sei die Nachricht erst am Freitag abgehört worden.

In der Nachricht sprach der Ingenieur von einem Problem, jedoch nicht von einer unmittelbar drohenden Gefahr. Wegen der Rissbildung müssten Reparaturen vorgenommen werden, "vom Sicherheitsaspekt her sehen wir jedoch nicht, dass es da ein Problem gibt", sagte Pate laut einer Abschrift der Sprachnachricht.

Die 88 Meter lange Brücke, welche die Florida International University (FIU) mit Studentenwohnheimen verbinden sollte, war noch nicht nicht in Benutzung, als sie am Donnerstag einstürzte und mehrere Autos unter sich begrub. Der Abschnitt über die Autobahn war erst am vergangenen Samstag errichtet worden. Angewendet worden war eine neuartige modulare Bauweise, die schnellere Arbeiten ermöglicht.

Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben. Die Behörden warnten jedoch, dass die Opferzahl noch steigen könne, da die Bergungsarbeiten noch im Gange seien. Ingenieure befürchteten zudem, dass auch die Stützkörper an beiden Enden der Brücken noch einstürzen könnten.


0 Kommentare