16.03.2018, 18:35 Uhr

Bratislava (AFP) Demonstranten fordern trotz Regierungsumbildung Neuwahlen in der Slowakei

Protestmarsch in Bratislava. Quelle: AFP/JOE KLAMAR (Foto: AFP/JOE KLAMAR)Protestmarsch in Bratislava. Quelle: AFP/JOE KLAMAR (Foto: AFP/JOE KLAMAR)

Mindestens 20.000 Menschen bei Demonstration in Bratislava

Auch nach dem Rücktritt des slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico dauern die Proteste gegen die Regierung an: In Bratislava gingen am Freitagabend mindestens 20.000 Menschen auf die Straße, um Neuwahlen zu fordern. Auch in zahlreichen anderen Städten waren Proteste geplant. Fico hatte mit seinem Rücktritt Neuwahlen verhindern wollen. Die Regierung steht seit dem Mordanschlag auf den Journalisten Jan Kuciak und dessen Verlobte am 25. Februar unter Druck.

Der designierte Nachfolger Ficos, Peter Pellegrini, führte am Freitag Gespräche über eine Regierungsumbildung und versprach eine Beruhigung der Lage. "Ich kann Ihnen versichern, dass es eine Regierung mit einer klar europäischen Ausrichtung werden wird", erklärte er. "Und vor allem wird es eine Regierung sein, die die Situation in unserem Land beruhigen wird."

Fico hatte bei seiner Rücktrittsankündigung gesagt, Neuwahlen würden das Land ins "Chaos stürzen" und müssten verhindert werden. Er wollte, dass seine Partei, die sozialdemokratischen Smer-SD, weiter mit der Mitte-rechts-Partei Most-Hid und der rechtsnationalistischen Partei SNS in der Regierung bleibt.

Der ermordete Journalist hatte mehrfach Artikel über korrupte Machenschaften in der Slowakei veröffentlicht. Zuletzt recherchierte er zu mutmaßlichen Verbindungen von Politikern aus Ficos Umfeld zur italienischen Mafia. Die Polizei vermutet, dass Kuciaks Tod "höchstwahrscheinlich" mit seinen Recherchen zusammenhängt. Am Montag war der in eine Bestechungsaffäre verwickelte Innenminister Robert Kalinak zurückgetreten.


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