16.03.2018, 11:49 Uhr

Bielefeld (AFP) Nach Dreifachmord im ostwestfälischen Hille Suche nach Motiv

Gehöft in Hille. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Friso Gentsch (Foto: dpa/AFP/Archiv/Friso Gentsch)Gehöft in Hille. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Friso Gentsch (Foto: dpa/AFP/Archiv/Friso Gentsch)

Ermittler prüfen finanzielle Hintergründe - Opfer identifiziert

Nach dem Dreifachmord im nordrhein-westfälischen Hille ist das Motiv des mutmaßlichen Täters Jörg W. noch unklar. Die Ermittler prüfen mögliche finanzielle Hintergründe für die Taten, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Bielefeld mitteilten. Die beiden am Mittwoch tot aufgefundenen Männer sind mittlerweile identifiziert. Sie starben durch erhebliche Gewalteinwirkung.

Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis handelt es sich um einen 71-jährigen Nachbarn des Tatverdächtigen sowie um einen 65-jährigen Hilfsarbeiter von dessen Hof. Von beiden hieß es bereits am Donnerstag, sie seien seit längerem nicht mehr gesehen worden. Die Identität sollte in den kommenden Tagen noch zweifelsfrei durch einen DNA-Test bestätigt werden.

W. hatte zuvor bereits gestanden, einen 30-Jährigen mit einem Hammer erschlagen zu haben. Der 51-Jährige soll sein Opfer am 4. März in einer Scheune in Hille getötet haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass es keinen Mittäter gab.

Die Mordkommission versucht weiter, das Motiv für die Taten zu klären. Im Fokus der Ermittlungen stehen demnach die Geschäftsbeziehung zu dem 30-Jährigen und "mögliche finanzielle Vorteile im Zusammenhang mit dem Verschwinden der beiden anderen Opfer".

W. sitzt seit Samstag in Bayern in Untersuchungshaft. Er wurde nach dem Fund der Leiche des als vermisst gemeldeten 30-Jährigen festgenommen. Bei Sucharbeiten auf dem Grundstück des mutmaßlichen Mörders fanden die Ermittler dann am Mittwoch die beiden anderen Leichen.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin sollte der bislang noch nicht vorbestrafte W. bis Montag nach Bielefeld überstellt werden. Er sei bislang wegen der beiden auf dem Hof gefundenen Toten noch nicht von der Mordkommission vernommen worden.

Zu dem 65-Jährigen, der auf dem Hof des Tatverdächtigen gelebt haben soll, hatten Angehörige demnach zuletzt im vergangenen Herbst Kontakt. Auch bei dem 71-jährigen Nachbarn gab es nach Polizeiangaben seit Monaten keinen Kontakt mehr zu Angehörigen. Bei beiden Männern lagen keine Vermisstenanzeigen vor.


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