16.03.2018, 11:43 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Siemens bringt seine Gesundheitssparte Healthineers an die Börse

Siemens-Logo. Quelle: AFP/Archiv/CHRISTOF STACHE (Foto: AFP/Archiv/CHRISTOF STACHE)Siemens-Logo. Quelle: AFP/Archiv/CHRISTOF STACHE (Foto: AFP/Archiv/CHRISTOF STACHE)

Aktienkurs legt nach Start zu - Unternehmen mit rund 28 Milliarden Euro bewertet

Begleitet von einer kleinen technischen Panne hat Siemens am Freitag seine Gesundheitssparte Healthineers an die Börse gebracht. Der Aktienkurs zog kurz nach dem Start an und erreichte am Vormittag 29,75 Euro, damit lag er über dem Ausgabepreis von 28 Euro pro Aktie. Siemens trennt sich von 15 Prozent seiner Anteile an Healthineers. Das spült 4,2 Milliarden Euro in die Konzernkassen.

Begonnen hatte der Börsentag in Frankfurt am Main am Freitag mit einer Verzögerung von 45 Minuten. Grund dafür war eine technische Panne beim elektronischen Handelssystem Xetra. Damit verzögerte sich auch der mit Spannung erwartete Börsengang von Healthineers.

Siemens-Finanzchef Ralf Thomas sagte zum Börsenstart: "Wir freuen uns auf die gemeinsamen Herausforderungen in diesem fantastischen Geschäft." Dazu befragt, wofür Siemens das eingenommene Geld ausgeben will, äußerte er sich zurückhaltend: "Wir machen immer einen Schritt nach dem anderen", sagt Thomas. Wenn es etwas dazu zu sagen gebe, werde der Konzern es tun.

Die Gesundheitssparte des Siemens-Konzerns ist in robuster Verfassung. Im vergangenen Jahr machte die Sparte einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro, die Umsatzrendite betrug gut 18 Prozent. Healthineers beschäftigt weltweit etwa 48.000 Menschen. Bewertet wird Healthineers bei einem Ausgabepreis von 28 Euro pro Aktie mit rund 28 Milliarden Euro.

Der Börsengang von Healthineers ist einer der größten Börsengänge in Deutschland der vergangenen 20 Jahre. Die Siemens-Tochter ist Weltmarktführerin im Bereich von Röntgengeräten, Magnetresonanz- und Computertomographie. Außerdem bietet Healthineers Systeme für Laborauswertungen und moderne Chirurgieverfahren mit minimalen Operationswunden an.

Der Finanzmarktexperte Oliver Roth sprach von einer "Win-win-Situation für Siemens". Der Konzern habe nun eine eigenständige Einheit, über die er die Kontrolle habe, aber die trotzdem in der Lage sei, auf Marktgegebenheiten zu reagieren, sagte der Analyst. So können zum Beispiel Investoren, die gezielt nach Beteiligungen im Gesundheitsbereich suchen, zuschlagen und müssen nicht mehr die Aktie des gesamten Siemens-Konzerns kaufen.


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