15.03.2018, 13:18 Uhr

Fulda (AFP) Mutmaßlicher Entführer von Markus Würth bestreitet Tatvorwürfe

Ermittler informieren in Fulda. Quelle: dpa/AFP/Swen Pförtner (Foto: dpa/AFP/Swen Pförtner)Ermittler informieren in Fulda. Quelle: dpa/AFP/Swen Pförtner (Foto: dpa/AFP/Swen Pförtner)

Laut Polizei in Vernehmung "zehn Stunden dauergequatscht"

Der mutmaßliche Entführer des Unternehmersohns Markus Würth hat die Tatvorwürfe bestritten. Er habe in einer ersten zehnstündigen Vernehmung die Entführung wortreich abgestritten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Fulda mit. Der 48-Jährige habe "zehn Stunden dauergequatscht", sagte der bei der Polizei federführende Ermittler Daniel Muth.

Der damals 50 Jahre alte Sohn des Schraubenunternehmers und Milliardärs Reinhold Würth war im Juni 2015 im hessischen Schlitz entführt worden, der Entführer forderte ein Lösegeld in Millionenhöhe. Einen Tag nach der Entführung wurde Markus Würth an einen Baum gefesselt, aber wohlbehalten gefunden. Den Hinweis auf seinen Aufenthaltsort hatte der Entführer gegeben.

Auf die Spur des nun festgenommenen Manns kamen die Ermittler nach eigenen Angaben durch den Hinweis einer Zeugin. Nach einer neuen Öffentlichkeitsfahndung mit einer Tonbandaufnahme von der Stimme des mutmaßlichen Entführers habe sich die Frau gemeldet. Sie habe den Hinweis auf den Handwerker geben können, der auch bei ihr gearbeitet habe. Der Mann sei daraufhin intensiv überprüft worden, es sei auch eine Aufnahme seiner Stimme erfasst worden. Sprachexperten hätten dann mitgeteilt, dass er der gesuchte Tatverdächtige sei.

Auf Grundlage eines Sprachgutachtens sei Haftbefehl gegen den verheirateten zweifachen Vater wegen erpresserischen Menschenraubs erlassen worden. Der Mann lebte zuletzt in Offenbach, er war 1994 nach Deutschland gekommen und hat den Ermittlern zufolge die Staatsangehörigkeit des Staatsenbunds Serbien-Montenegro, den es von 2003 bis 2006 gab. Laut Staatsanwaltschaft droht dem Mann im Fall einer Verurteilung eine Strafe zwischen fünf und 15 Jahren Haft.

Wie die Ermittler erst jetzt mitteilten, gab es im vergangenen Jahr eine erneute Entführungsandrohung durch den Mann. In einer verschlüsselten E-Mail habe er die neue Entführung von Markus Würth oder die Entführung anderer Angehöriger angedroht, wenn nicht umgerechnet etwa 70 Millionen Euro in Kryptowährung bezahlt würden. Es habe über etwa vier Monate eine Kommunikation mit dem Mann gegeben, ehe dieser den E-Mail-Kontakt abgebrochen habe. Lösegeld sei nicht gezahlt worden.

In den E-Mails habe der Schreiber Täterwissen aus dem Entführungsfall von 2015 offenbart. Daher sei klar gewesen, dass es sich um den damaligen Entführer handeln müsse.


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